richt, und uͤmbſtänden geachtet, daß hinfuͤro alle wege, wan die Pfarr durch abgang oder resignation eines Pfarrers verlediget, und ein Pfarrer wiederuͤmb beſtalt und angenommen werden ſoll, bey gemelten Decano, und dem Ehrbahren Rath alhier zugleich fein und ſtehen ſoll, einen Pfarrer zu benennen, und hochgedachten unſerm gnaͤdigſten Herrn, oder S. Churfuͤrſtl. Gnaden Er— ben anzugeben, damit er ferner wie gebräuchlich examiniret, und ſeiner geſchicklichkeit nach, an die Pfarre mag bracht werden.“
Naͤchſt Frankfurt beſuchten in dem Lebuſiſchen Kreiſe die Kirchenviſitatoren in dieſer Zeit auch Muͤncheberg, Buckow, Muͤllroſe und alle mit Kirchen verſehene adliche Dörfer, aber Lebus, Fuͤrſtenwalde, Seelow und die Stiftsdoͤrfer vermieden ſie. Ueberhaupt ging der Kurfuͤrſt immer noch ſehr behutſam mit dem Lebuſiſchen Bisthume um, und war viel nachſichtiger gegen daſſelbe, als der Markgraf Johann, denn die von dieſem in der Neumark veranſtaltete Kirchenviſitation verſchonte Feines: wegs die im Lande Sternberg gelegenen Stiftsguͤter. Einen be— traͤchtlichen Verluſt verurſachten beide Viſitationen den Domherren und den Vicarien zu Fuͤrſtenwalde an ihren Einkuͤnften da— durch, daß in Folge derſelben die geiſtlichen Lehen, deren faſt jeder von ihnen eins oder auch wohl mehrere bei den Altaͤren verſchiedener Pfarrkirchen in der Lebuſiſchen Didceſe beſaß, eingezogen und die an die Altardienſte geknuͤpften Einkuͤnfte zu beſ— ſeren Zwecken beſtimmt wurden.
Die Stadt Fuͤrſtenwalde erhielt erſt im Jahre 1544 ihren erſten evangeliſchen Prediger und die neue Kirchenordnung. Dieſer erſte evangeliſche Prediger war Magiſter Simon Muſaͤus, der ſich nachmals durch Talent und Gelehrſamkeit, mehr aber noch durch ſeine Streitſucht, ſeinen Verfolgungseifer und ſeiner widrigen Schickſale wegen einen bedeutenden Ruf erwarb H. Sein anmaßender Character zeigte ſich bald nach dem Amtsantritt in Fuͤrſtenwalde. Er berichtete am 7. Octbr. 1545 dem Kurfuͤrſten, daß das zu feinem Beſten an den Biſchof von Les
*) Brückners Kirchen- und Schulſtaat im Herzogthum Gotha, Bd. I. St. V. S. 63— 88. Er war geboren zu Vetſchau in der Niederlauſitz.
lleber fein Leben findet ſich Einiges in Wohlbrücks Geſchichte von Le bus II. 486.