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Geschichte der Reformation in der Mark Brandenburg / Adolph Müller
Entstehung
Seite
243
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mation ſtets Generalſuperintendent der Altmark und Priegnitz. Auf Cordatus, der in ſeinem ſiebenzigſten Jahre 1543 ſtarb, folgte in dieſem Amte Johann Luͤdicke aus Stettin, der vorher Oberprediger zu Frankfurt, dann kurfuͤrſtlicher Hofprediger war, bis 1559; Dr. Simon Sinapius aus Weismeyen in Franken, vorher Pfarrer zu Lübben und Archidiaconus der Niederlauſitz, bis 1573); Andreas Kehlichen aus Spandau 1578, zu deſſen Zeit, am 1. und 2. Auguſt 1577 die Concordienformel von der Kanzel des Domes abgeleſen und von allen Predigern der Alt­mark unterſchrieben ward, worauf der Kurfuͤrſt ihnen eine Mahl: zeit gab. Außer dem Generalſuperintendenten wurden 1540 bei dem Dome ein Archidiaconus und ein Diaconus angeſtellt, von denen bekannt ſind: Mag. Ambroſius Berns oder Behrens, der Schweſterſohn Luthers, der durch Vermittlung Conrads Cor, datus nach Stendal gekommen und bis 1563 daſelbſt geſtanden haben ſoll; um 1550 der Archidiaconus Martin Strahl und der Diaconus Johann Wetter, Jacob Belling ſeit 1563. Bis zum Jahre 1583 hatten ſich beim Dome noch die Vikare und Chorſaͤnger erhalten, da ſie ſich indeß unziemlich betrugen, ließ der Kurfuͤrſt Johann Georg ſie entfernen: doch blieben ein Sang­meiſter, ein Organiſt, ein Ober⸗ und ein Unterkuͤſter. Die Ma­rienpfarrkirche war vor der Reformation mit Kapellen und Al taͤren reichlich verſehen. Das Patronatsrecht ging, wie das der uͤbrigen Pfarrkirchen vom Domſtift auf den Magiſtrat Über; doch ſollte zufolge des erſten Viſitationsabſchiedes der General; ſuperintendent der Wahl jedesmal beiwohnen. Als Pfarrer wurde 1540 Peter Huber(+ 1567) angeſtellt. Bald nachher finden ſich Johann Salmuth oder Zalmoͤth als Archidiaconus und Joachim als Diaconus. Zufolge eines kurfuͤrſtlichen Befehls mußten die Pfarrer der vier Hauptkirchen vierteljaͤhrlich ſieben­mal uͤber den kleinen Katechismus und beſonders über die fuͤnf Hauptſtuͤcke predigen, und die Diakonen der Marien⸗, Jacobi­und Petrikirche ſonntaͤglich die Kinder aus dem Katechismus exa­miniren. Die Jacobipfarrkirche hatte, ſo viel bekannt iſt, außer

*) Eine Biographie deſſelben ſteht in Destinata litteraria et Frag­menta Lusatica VI. p. 497.