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andern in uns zu dringen unterſtehen ſolltet, iſt doch unſere Meinung keinen, wenn er gleich von Wittenberg oder Babylo—nien kaͤme, dahin zu geſtatten, er hielte ſich dann unſerer chriſtlichen Kirchenordnung gemäß.“ Krage ſtarb in Salzwedel 1559. Ihm folgten Joachim Symmachus bis 1571 und Johann Cuno aus Freiberg bis 1586. Außer dem Superintendenten ſtanden bei der Marienkirche ein Archidiakonus und ein Diakonus. Im Betreff der Beſoldung des zweiten und dritten Predigers ver— ordnete der Kurfuͤrſt:„So ſoll der Probſt allewege vermoͤge unſerer Viſitatoren weiterer Verordnung zu Beſoldung des einen Kaplans Jarlich vierzig Gulden geben und der andere Kaplan aus dem gemeinen Kaſten beſoldet werden. Doch ſoll der Probſt auch beiden Kaplanen freie Wohnung beſchaffen.“— Das Franziskanerkloſter in der Altſtadt beſtand 1514 aus 20 Moͤnchen, 4 Laienbruͤdern und 4 Novizen. Schon 1528 wurde die Aufhebung deſſelben beſchloſſen, dem Kloſter verboten, Novizen aufzunehmen und die ſilbernen Kirchengefaͤße von dem Magiſtrat im Verſchluß genommen. 1541 waren nur noch 5 Mönche übrig, welche von den Kirchenviſitatoren beſtimmt wurden, die Kloſtergebäude dem Magiſtrate zum Schulhauſe zu uͤberlaſſen, der ſie dafuͤr mit Unterhalt bis zu ihrem Tode verſorgte. Die Kirche des Kloſters iſt unter dem Namen der Moͤnchenkirche fortdauernd in gottesdienſtlichem Gebrauche geblieben, ſcheint aber keinen eigenen Prediger erhalten zu haben. Das Auguſtinerkloſter zu St. Annen in der Altſtadt beſtand 1540 aus 31 Mitgliedern und hatte in ſeinen Mauern 21 beſondere Wohnungen. Die Kirchenviſitatoren forderten ein Verzeichniß der Einnahmen des Kloſters. Die Nonnen uͤberreichten dies und zugleich eine Specification ihrer Ausgaben, welche letztere alſo anfängt:„Unſer gehen 30 to der Tafeln one unſe Arbeydes Lude, die wir ſuͤſte mit inhet— ten.— Hier moͤten wie ok von kopen 77 Winspell Gerſten to dem Drinkende vor uns unde unſe Arbeydes Lude unde unſe Pachtlude. Item, wie moten da ok von kopen 6 Offen unde 21 Hammel.“ Das Kloſter wurde mit ſeinen Guͤtern beſtaͤtigt, die Nonnen aber angewieſen, Schule zu halten. Es heißt: „Damit auch die jungen Meidlein aus beiden Staͤdten(Alt— und Neuſtadt) zuͤchtig gehalten und ſchreiben und leſen lernen: