ten evangeliſchen Prediger Joh. Weinhauſen und zum Jahre 1539 einen andern, Bartholomäus, erwähnt, welche von dem Magiſtrate zu Verſendungen im Betreff des Gottesdienſtes, der Ceremonien und anderer kirchlichen Angelegenheiten gebraucht wurden). Ein Tag der oͤffentlichen Einführung der Reforma— tion nach den Vorgängen in Spandau und Berlin iſt nicht an; gegeben, vermuthlich, weil eben ſchon vorher der Gottesdienſt wenigſtens in einer Kirche nach evangeliſcher Weiſe gehalten worden war. So viel iſt aus den daſelbſt noch vorhandenen Akten erſichtlich, daß bald nachher den Moͤnchen durch den Ge— heimenrath Stolle aus Berlin verboten worden iſt, die katholiſche Meſſe zu halten, widrigenfalls ſie eingeſperrt und die Kir chen verſchloſſen werden ſollten. Ueber die Verhandlungen der Kirchenviſitatoren mit den Domkapitularen findet ſich in den Tagebuͤchern jener folgender Bericht an den Kurfuͤrſten:„E. k. fi g. wollen wir untertheniglich nicht vorhalten, das unſer gnediger Herr der Biſchof zu Brandenburg perſoͤnlich, und wir dieſe Woche uͤber mit den Herrn des Kapittels der Thumkirchen alhie zu Brandenburgk gehandelt, ſich der religion halb in e. k. f. g. chriſtliche Kirchenordnung zulaſſen und Ire Thumkirche mit den Predigten, Ceremonien und geſengen dornach zu reformiren, haben auch die gelegenheit der Pfarren alhie geforſcht und wie es umb derſelben und der Lehen einkommen gelegen, examinirt, dar; auff ſich die Canonici ſo alhie reſidirn capitulariter fo weit begeben, daß ſie die Meſſe und andere geſenge, ſo in der Ordnung abzuthun geſetzt, wollen hinfuͤro unterlaſſen und alleine horas canonicas ſingen, ſonſt auch der ordnung ſonderlich mit wegkthuung der unzuͤchtigen weibsperſonen gehorſam geleben, Es iſt aber heute der probſt alhie Er Johann Meindorff auch ankom— men, dene der Biſchof und wir befragt, was er ſich der ord— nung halb halten oder bekennen wolte, dorauf er uns keinen richtigen beſcheid geben wollen, Do wir aber gedrungen, uns ſein bekenthnus anzuzeigen, hat er ſich vornehmen laſſen, er habe von e. k. f. g. befreiung der reſidenz halb, wolle ſich darub nicht begeben, hat uns auch daneben eine vorſchreibung von e. k. f. g.
Schäffers Reformationsgeſchichte der Stadt Brandenburg, S. 76