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noch erhalten habe, eintraf, hatte ſich Meiendorf von Branden: burg eiligſt entfernt; die Viſitatoren befahlen daher dem Domkapitel im Namen des Kurfuͤrſten, dem Probſte nichts von Eins fünften und Guͤtern bis auf weitern Beſcheid des Landesherrn zukommen zu laſſen. Weitere Nachrichten uͤber das Verhalten des Probſts ſind nicht zu finden. Von den Domherrn iſt nur noch bekannt, daß fie erſt nach wiederholten kurfuͤrſtlichen Befehlen 1544 die Meſſe und den Bilderdienſt ganz abſchafften; 1568 verordnete der Kurfuͤrſt, daß die Anzahl der Domherrn auf fies ben beſchraͤnkt fein uud die vier erſten von ihnen Probſt, De— chant, Senior und Subſenior heißen ſollten. Ihre Suter und Rechte blieben ihnen ungeſchmaͤlert, und ſelbſt das Patronatsrecht uͤber einige Stadtpfarrkirchen, das ſie bei der Reformation ver— loren hatten, mußte ihnen ſpaͤter wieder zugeſtanden oder doch abgekauft werden. Wann und von wem zuerſt die gereinigte Lehre in der Domkirche gepredigt worden, iſt nicht berichtet. Evangeliſche Prediger und Superintendenten an der Katharinen— kirche waren: Thomas Baitz von 1528 bis 1541, Dr. Erasmus Alberus von 1541 bis 1542, von dem mehrere ſchoͤne Kirchen: lieder, z. B. das Himmelfahrtslied: Nun freut euch Gottes Kinder all, der Herr faͤhrt auf mit großem Schall; lobſinget ihm, lobſinget ihm, lobſinget ihm mit lauter Stimm’!(Liederſchatz No. 1405), bekannt ſind, Dr. Theodor Fabricius, der Superintendent in Zerbſt war und von 1546— 1547 zur Vol lendung der Reformation an Brandenburg geliehen ward Y), Andreas Hügel, 1548 und 1550 erwähnt, Dr. Joh. Kittel von 1550— 1561, nachher Archidiaconus und Official in Lübben, Dr. Joh. Garcaͤus aus Spandau, 1561— 1573.— Das Fran: ziskanerkloſter ſchenkte der Kurfuͤrſt 1544 dem Magiſtrat unter der Bedingung, darin ein Hospital oder eine Schule einzurich— ten, doch ſollten die Mönche erſt ausſterben oder ihr Unterhalt ihnen anderweitig geſichert werden. Das darauf von dem Rathe gegründete Hospital wurde 1545 vom Kurfuͤrſten beſtaͤtigt). Die Johanniskirche blieb für den Gottesdienſt an Wochentagen
*) Beckmanni chron. Anhalt. I. A8. **) Copiarium auf dem Rathhauſe zu Vrandenburg, Num. 68.