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Geschichte der Reformation in der Mark Brandenburg / Adolph Müller
Entstehung
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natsrecht und die Untergerichte von 19 namentlich angefuͤhrten Dörfern, 6 Höfe in dem Dorfe Karwe, das Patronatsrecht von 4 andern Dörfern, einige Pächte aus Alt-Ruppin, einen jähr­lichen Erbzins der Rathhaͤuſer zu Granſee und Wuſterhauſen, und die Mühlen der Dörfer Baumgarten, Kramnitz und Zippen foͤne. Das Kloſter beſtand damals aus 35 Nonnen, einer Aeb tiſſin und einem Probſte. Nachdem es ein adliges Fraͤuleinſtift geworden, wurden die Kloſterguͤter in ein Domainenamt verei nigt und dem Stift gewiſſe Einkuͤnfte daraus zugeſichert. 1551 beſtand der Convent aus einer Aebtiſſin und 14 Jungfrauen, deren Anzahl aber in Folge der ſchrecklichen Verheerungen des dreißigjährigen Kriegs auf fuͤnf verringert ward. Die Kirche wie die umfangreichen Kloſtergebäude wurden in jenem Kriege von dem Feinde in Ruinen verwandelt.

Die Nachrichten uͤber Granſee ſind dürftig, weil die Ar­chive im Feuer untergegangen ſind. Die Pfarrkirche zu St. Marien hatte nach der Kirchenverbeſſerung zwei Geiſtliche, von denen der erſte die Inſpection führte, Bei den Hospitäͤlern zum h. Geiſt in der Stadt und zum h. Georg vor dem Thore wa ren 2 Kapellen, die in gottesdienſtlichem Gebrauch blieben. Das Franziskaner ⸗Moͤnchskloſter war 1541 noch in voͤlligem Beſtande, und verkaufte dem Magiſtrate zu Neu: Ruppin ein Haus für 48 Gulden, deren Abtragung terminweiſe in den nächſten Jah­ren erſolgen ſollte. 1561 war der Guardian und wie es ſcheint alle Mönche geſtorben, und der Kurfuͤrſt überließ dem Magiſtrat gegen Zahlung von 200 fl. das umfangreiche Kloſter, ſammt Guͤ­tern, Hausrath, Meßgewaͤnden u. ſ. w. unter der Bedingung, daß er es zur Schule und zur Wohnung fuͤr die Kirchendiener einrichten ſollte. Auch ſollten die Fuͤrſtengemaͤcher und der Fuͤr­ſtenſaal in wohnlichem Zuſtande erhalten werden, fuͤr den Fall, daß der Hof oder fremde Fuͤrſten dahin kaͤmen. Von der Klo ſterkirche waren vor 100 Jahren nur noch Truͤmmer vorhanden. Das Benediktiner⸗-Nonnenkloſter hatte 1541 noch einen Probſt Dietrich, ſcheint aber auch gleich bei der erſten Kirchenviſitation um Johannis 1541 zur Saͤculariſation beſtimmt worden zu ſein.

In Wuſterhauſen a. d. Doſſe wurden bei der Kirchen viſitation um Johannis 1511 die Einkünfte der Petri⸗ und