zur Unterſtuͤtzung des Oeſtreichiſchen Hauſes gegen die Tuͤrken bereit, daß man ihren religibſen Anforderungen Genuͤge leiſte, und brachte es durch ſolche Einigkeit und Entſchiedenheit dahin, daß auf dem Reichstage zu Augsburg ſaͤmmtlichen Staͤnden des roͤmiſchen Reichs die biſchoͤflichen Rechte in ihren Landen zugeſtanden wurden. Hiermit war den Landesherren gewaͤhrt, in Religions- und Kirchenſachen Aenderungen und Verbeſſerungen vorzunehmen, Prediger fuͤr die Kirchen und Lehrer fuͤr die Schu— len zu berufen und einzuſetzen, die Verwaltung der Kirchenguͤter zu uͤbernehmen, Geſetze und Verordnungen in Schul- und Kirchenſachen zu erlaſſen, und geiſtliche Gerichte und Conſiſtorien anzuordnen. Allerdings waren dies Rechte, welche die tiſchen Fuͤrſten und Staͤnde ſchon ſeit dem Beginn der Reformation ſich angeeignet und geltend gemacht hatten, aber immer im Kampfe mit der katholiſchen Geiſtlichkeit und mit beengender Ruͤckſicht fuͤr den Kaiſer und voll Beſorgniß, ſie wieder zu vers lieren; es bedurfte der foͤrmlichen politiſchen Anerkennung derſelben, ſie mußten, da ſie urſpruͤnglich und eigentlich landesherrliche Rechte, Rechte des Staatsoberhauptes waren, auch von Seiten des Reichs beſtaͤtigt werden; dies geſchah durch
proteſtan
den Augsburger Religionsfrieden; die Reformation ward ſo politiſch aba
Wenden wir uns nun von ten der Entwickelung der ev
eſchloſſen. dieſen allgemeinen Angelegenheiangeliſchen Kirche zur Betrachtung der reformatoriſchen Thaͤtigkeit Joachims in der Mark, ſo finden wir, daß er ebenſo beſonnen und ſchonend, aber auch mit dem: ſelben Rechtsbewußtſein ſein landesherrliches Reformationsrecht hier uͤbte, wie er ihm im deutſchen Reiche Anerkennung erwor— ben hatte. Durch die Abfaſſung der Kirchenordnung und di die Kirchenviſitation waren die erſten Schritte gethan, um die dem Kurfuͤrſten gebuͤhrende oberſte Leitung der kirchlichen Ange— legenheiten geltend zu machen. Waͤhrend der Viſitation hatten die kurfuͤrſtlichen Commiſſaire die bish verfaſſung aufgeloſt, die einzel
irch
erige biſchoͤfliche Kirchen: nen Rechte des Biſchofs einſtweilen
verwaltet, ſie hatten ſtatt unwuͤrdiger Pfarrer beſſere eingeführt, das Schulweſen geordnet, die geiſtliche Gerichtsbarkeit z. B. in Eheſache
n und Streitigkeiten zwiſchen Prieſtern und Laien geübt, 19*