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tenburg gefangen ſetzen und betrieben ſeine Verurtheilung zum Tode. Die Ritterſchaft und Geiſtlichkeit der Priegnitz nahm ſich indeß ſeiner an, berichtete dem Kurfuͤrſten den Vorgang und bat um ſeine Befreiung. Joachim billigte zwar die That nicht, weil ſie wider ſein ausdruͤckliches Verbot geſchehen war, verſammelte aber doch eine Synode zu Werben, wohin alle Geiſtliche der Altmark und Priegnitz berufen wurden, damit dieſelbe ein theo— logiſches Gutachten uͤber das Verfahren des Pfarrers Ellefeld abgaͤbe. Dies fiel zu deſſen Gunſten aus, er wurde darauf aus dem Gefaͤngniſſe befreit, zugleich aber angewieſen, die Mark fuͤr immer zu verlaſſen. Strenger als ir gegen das Ciſterzienſer-Nonnenkloſter zum heiligen Grabe, wel—
ı dieſer Angelegenheit verfuhr Joachim II.
ches auch zur Havelberger Disceſe gehörte und wegen feines Wunderblutes ein berühmter und beſuchter Wallfahrtsort war. Schon 1512 kamen kurfuͤrſtliche Viſitatoren hierher. Das Kloſter widerſetzte ſich aber nicht nur der Annahme der neuen Kirchen— te auch ſeine weltliche Un
terthanen von der allgemeinen Landſteuer eximirt wiſſen. Der
ſſ
| und Viſitations-Ordnung, ſondern woll
Kurfuͤrſt befahl dem Landeshauptmann der Priegnitz, Carl von
ö A Rohr, der für das Kloſter ſchon 5000 Gulden vorgeſchoſſen hatte, ||. die Sequeſtration deſſelben, wodurch die Nonnen ſich genoͤthigt A. J ſahen, das Kloſter zu verlaſſen. Die Aebtiſſin Anna von Qui—
.. tzow wandte ſich aber darauf an Kaiſer Karl V., und durch
ſen Vermittelung kam es 1518 endlich zu einem Vergleiche, wel
N ö chem zufolge die Kloſterjungfrauen ſich der Kirchenordnung fuͤgten,
| 4 die Ruͤckſtaͤ bezahlten, ihre Guͤter und Gerechtſame aufs
]. Neue beſtätigt erhielten, und am Dienſtage nach Miseric. Do
J mini 1548 unter dem Geſange von Lob- und Freudenliedern ins
Kloſter zuruͤckkehrten. Dieſer Tag wurde noch lange als Feſttag
. jahrlich gefeiert, des Kloſters Einzugsfeſt genannt, und an dem
. ſelben eine Predigt gehalten über Pſalm 129: Sie haben mich
. oft gedraͤnget von meiner Jugend auf, ſo ſage Iſrael, Sie ha
ben mich oft zet von meiner Jugend auf; aber ſie haben | mich nicht übermocht u. ſ. w. Die Ordenskleidung und viele ka