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Verzicht leiſten und dafür nach dem Tode des damaligen Biſchofs, Georg von Blumenthal, das Schloß und Amt Lebus erhalten Septbr. 1550, aber weder der Kurs Johann konnten jetzt ſchon ihre Abſich—
ſollte. Georg ſtarb am fuͤrſt, noch der Markgra ten erreichen. Joachim bemuͤhte ſich, auch dieſen Biſchofshut an einen kurfuͤrſtlichen Prinzen oder wenigſtens an einen Verwand—
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ten ſeines Hauſes und ſo die Verwaltung der Stiftslande an die Landesherrſchaft zu bringen. Er ſandte deshalb fuͤnf ſeiner Raͤ the, Euſtach von Schlieben, Hauptmann zu Zoſſen, Joachim von Bredow auf Bredow, Albrecht von Schlieben, Johann Weinleben und Caspar Widerſtadt als Bevollmaͤchtigte zu der auf den 25. Novbr. angeſetzten Wahl eines neuen Biſchofs nach Lebus, und ließ die verſammelten Domcapitularen(Wolfgang
Redorfer, Franz Dobrikow, Johann Finſterwald und Simon Wolter) ſeine Prinzen Friedrich und Siegmund nebſt dem Bi ſchofe Joachim von Muͤnſterberg als diejenigen Perſonen vor ſchlagen, auf deren eine ſie die Wahl zu richten hätten. Die
Domherrn waren nicht wenig über dieſe Zumuthung des Kurfuͤr fen erſtaunt, wollten ihr Recht einer freien Wahl geltend ma chen, zeigten die Unfähigkeit der vorgeſchlagenen Prinzen zum Biſchofsamte, und die Unmöglichkeit des Stifts, einen Biſchof, der an fuͤrſtlichen Aufwand gewöhnt ſei, zu unterhalten, zumal da ſchon Georg von Blumenthal eine Schuldenlaſt von 30,000 Gulden hinterlaſſen habe. Ferner verſicherten ſie, daß ſelbſt wenn ſie dem Kurfuͤrſten willfahren wollten, der Papſt wohl ſchwerlich ihre Wahl beſtätigen würde. Die kurfuͤrſtlichen Ab geordneten erwiderten, daß ihr Herr keinen andern, als einen der drei Vorgeſchlagenen fuͤr einen rechtmäßigen Biſchof von Le bus erkennen werde, konnten aber nichts weiter erlangen, als daß die Domherrn die Wahl bis auf den 14. Decbr. hinausſetz ten und bis dahin nichts eigenmaͤchtig in dieſer Sache zu unter nehmen verſprachen. Dennoch ließ ſich Wolfgang ſeinen Collegen ohne Mitwiſſen des Kurfuͤrſten bald darauf zum Biſchof wählen, entſagte aber ſchon am 16. Januar 1551 in Gegenwart kurfuͤrſtlicher Raͤthe der erlangten Wuͤrde freiwillig. Auf die nun erneuerte Forderung Joachims, einen Prinzen ſei nes Hauſes zu wählen, wußten die Domherrn abermals allerlei