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Geschichte der Reformation in der Mark Brandenburg / Adolph Müller
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der Kanzler Lamp. Diſtelmeier, der Rector Jacob Dergemann und der Conrector M. Hieronymus Brunner lateiniſche Reden* Wegen ſeiner guten Einrichtung und des Rufes der an demfele ben arbeitenden Lehrer erhielt das Gymnaſium bald große Des ruͤhmtheit und ſchon kurz nach ſeiner Gruͤndung zaͤhlte es 600 Schüler, und hat ſich bereits ſeit dritthalbhundert Jahren als geſegnete und fruchtbare Pflanzſchule fuͤr die Mark bewaͤhrt. Eine zweite, eben ſo wichtige und ſegensreiche Landesſchule gründete der Nachfolger Johann Georgs, fein Sohn Joachim Friedrich, im Jahre 1607 zu Joachimsthal. Dieſer Kurfuͤrſt naͤmlich, eben ſo entſchieden allem katholiſchen Weſen feind als ſein Vater, hatte zu 2 des neuen Jahrhunderts nicht nur alles Katholiſche des Gottesdienſtes, dem der Kurfuͤrſt Johann Georg noch fernere Dauer geſtat ttet hatte, aus dem Dome zu Cöln entfernt, ſondern auch das bei dieſer Kirche von Joachim II. geſtiftete und reich begabte Domcapitel aufgehoben, und verwendete die Einkünfte dieſes Stifts theils zur Unterhaltung armer Studiren­der auf der Univerſitäͤt Frankfurt, theils zur Gruͤndung und Erhal tung eines. Landes Gymnaſiums. Er hatte ſich zu Joachims­thal, ohnweit Neuſtadt⸗Eberswalde ein Haus zur Benutzung bei Xr mee, in dortiger Gegend bauen laſſen; dieſes ſammt der dabei gelegenen Kirche, Gebäuden, Vorwerk und die zugehoͤ renden Aecker, Gärten und Wieſen beſtimmte er für die Errich tung und Erhaltung der neuen Schule, eignete derſelben zugleich einige Kloͤſter der Alt- und Uckermark, Seehauſen bei Granzow, Neuendorf und Dambeck ſammt allen dazu gehörenden Einkuͤnf ten zu und verordnete, daß davon 120 Knaben, deren 10 vom Adel aus der Neumark, 80 aus den Staͤdten der Alt-, Mittel und Uckermark, 10 Söhne armer Hofdiener und 20 unvermoͤ gende Pfarrkinder 4 oder 5 Jahre daſelbſt frei erhalten, und in der wahren, reinen Religion, in Kuͤnſten und Wiſſenſchaften, und in guten Sitten erzogen werden ſollten. Nur fuͤr Betten, Kleider und Bücher hatten die Eltern der Schüler zu ſorgen. Auch war es geſtattet, daß außer den 120 Freiſchuͤlern Andre