in den kurfürſtlichen Willen zu fügen, mehrere ließen ſich aber auch durch die Abſetzung nicht ſchrecken, ſondern zogen die Ver
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bannung dem Zwange der Gewiſſen
freiheit, wie ſie es nannten,
vor, und ſuchten ſich in der Fremde eine Heimath. Dennoch
endeten Zwieſpalt und Kämpfe über dieſen Gegenſtand nicht, ſon
dern es erweiterte ſich vielmehr die Zahl der Anhänger Calvins, wie denn überhaupt alle diejenigen Erregungen, welche nothwen dige Durchgangspunkte in der Entwickelung des Geiſtes find, d. h. welche in der Natur des Geiſtes ſelbſt ihren Grund haben, ſich durch äußere Maaßregeln nie werden hemmen laſſen. Der Sohn und Nachfolger Johann Georg's, Joachim Friedrich (1596— 1608), hielt zwar anfaͤnglich eben fo ſtreng wie ſein Vater an den Beſtimmungen der Concordienformel feſt, doch war theils die freiere Denkweiſe, welche eben zur Annahme cal viniſtiſcher Anſichten trieb, in einzelnen Kreiſen der Mark ſo
Dog
herrſchend geworden, theils hatte die evangeliſch-lutheriſche Dog matik der Wittenberger Theologen einen ſolchen Grad von Ein ſeitigkeit und Schroffheit erreicht, daß ſchon er ſich in den letzten
Jahren ſeines Lebens von ihnen zu entfernen begann, und den
reformirten Anſichten entg hlte. Wenn er ſich von ſeinem Sohne Johann Sigismund das Verſprechen geben ließ,
daß er bei wohl nur dar
rd
verharren wolle, ſo hatte dies
daß er von der Annahme des
reformirten Bekenntniſſes zußere Gefah
ren und Nachtheile fuͤr der ſind ent ſchiedene Beguͤnſtigungen Seite nicht zu leugnen.“ Johann durch ſein gegebenes Verſprechen, an dem Buchſtaben der lutheriſchen Lehre
feſtzuhalten, ſo wenig fuͤr gebunden, wie einſt Joachim II. durch
die ähnliche Zuſage, bei den Grundſaͤtzen der roͤmiſch-katholiſchen Kirche zu| ſpäͤter fein Uebertritt zur reformir ;