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Annales Marchiae|| Brandenbvrgicæ,|| das ist|| Ordentliche|| Verzeichnuß vn|| beschreibung der fürnemsten vnd|| gedenckwirdigsten Märckischen Jahrgeschichten vnd Historien,|| so sich vom 416. Jahr vor Christi Geburt, bis auffs 1596. Jahr|| im Churfürstenthumb Brandenburg, vnd dazu gehörenden Landen vnd|| Herrschafften, von Jahr zu jahr begeben vnd|| zugetragen haben.|| Aus vielen glaubwirdigen Scribenten vnd Büchern, auch aus|| bewerten vrkunden vnd vielen alten monumentis, zusam-||men getragen vnd beschrieben.|| Auch mit vielen Bildnüssen vnd Figuren gezieret, vnd mit einem vollkom-||menen vnd richtigem Register verfasset,|| Durch|| M. Andream Angelvm, Strvthiomon-||tanvm.||
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79
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Das ander Buch, 1 79

Eben in dem Jahr iſt mit tode abgangen Herr Gumprecht/ Biſchoff ju. nelberg. Chytræus lib. 4. Chron. Saxoniæ. precht/ Biſchoff ju ­

ANSHELMUVS der eilſſte Biſchoff zu Ha­

uelberg.

Anf Biſchoff Gumprech­ten iſt gefolget Anßhelmus/ Marggraf zu Brandenburg/ Alber­ti Vrſi Bruder. Er iſt aber von S. Northerto/ dem drey ehenden Erh biſchoffe zu Magdeburg, den zunor Canonicus S. Victoris in Welſch­land geweſen/ ordiniret vnnd jum N Biſchoff geweyhet worden. Chytræ­3M us, Marchia Autoris,&ſ c.

Im tauſend ein hundert acht vnd zwantzigſten jahr nach. geburt iſt Primislaus/ ſonſt in der Tauffe Henricus genand/ König der Wenden/ vnd Herr vber die Marck Brandenburg/ vom Key er Lotha­rio aus der Marck gar hinweg ge­trieben/ vnd das Land an der Hauel/ ; e ſampt der Prignitz/ ehr verheeret wor *; den. Enzelius.

Als Ertzbiſchoff Nortbertus zu Magdeburg im folgendem 7729. Jahr in wil­lens gewe en/ den Thumb zu Magdeburg auffs newe einzuweyhen/ weil er vernom­men/ als ſolte der ſelbe durch vnzucht fein verunreiniget worden Hat er Biſchoff Ans­helmnum von Hauelberg neben andern auch dahin verſchrieben⸗/ daß er ſolcher einwey­hung ſolte helffen beywohnen. Da ſolches die Buͤr gerſchafft in Magdeburg erfahren/ hat ſie es nicht geſtattẽ wollen/ weil die verunreinigung des Thumbs noch nicht erwieſt war. So hielts die Buͤrgerſchafft auch für eine verkleinerung/ die vorgeſchehene eins weyhung/ welche durch ſo vieler Baͤpſte/ Biſchoffe/ Keyſer vnd Könige auroritet beſtettiget were/ zu caſsiren vnd zuuerachten. Weil aber der Ertzbiſcheff nichts deſto weniger mit dem Biſchoffe zu Hauelberg vnd Meyſſen/ auch mit dem Thumb Prob­

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ſte/ ond andern Herrn in S. Pauli nacht/ im Thun b gegangen/ vnd die einweyhnng Für die hand genommen/ iſt durchs nächtliche geleyte der Glocken die gantze Stadt wach geworden vnd ein groſſer aufflauff entſtanden. Vnd weil ein geſchrey außge­brochen/ als zerriſſe der Ertzbiſchoff die Altare/ eroͤffnete die Sarche der heiligen/ vnnd die kaſten des Heiligthumbs/ vnd wolte mit dem vnd allem Kirthenſchatz dauon/ has ben die Bürger dem Thumb/ darin der Ertzbiſchoff mit den andern beyden Biſchaffen geweſen/ vmbringet vnd belagert/ vnd haben nicht ehe wollen dauon weichen biß der Diſchoff zu Hauelberg vnd der von Meyſſen ſich darein gelegt/ vnd den hader geſtillet haben. Conr adus Presbyter Lauterbergius.

Zu mercken. Georgius Fabricius ib). Annalium vrbis Miſmæ ſetzet das Mꝛo. Jahr. Kan aber nicht fein/ weil es die Hiſtorien geben/ das Nortbertus damals noch nicht ſey Ertzbiſchoff zu Magdeburg/ vnd Anshelmus Biſchoff zu Hauelberg geweſen. Doch

gleube/ ich/ daß es der Drucker vorſehen/ vnd fuͤr neun 4 nullam geſetzt habe. iiij

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