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Annales Marchiae|| Brandenbvrgicæ,|| das ist|| Ordentliche|| Verzeichnuß vn|| beschreibung der fürnemsten vnd|| gedenckwirdigsten Märckischen Jahrgeschichten vnd Historien,|| so sich vom 416. Jahr vor Christi Geburt, bis auffs 1596. Jahr|| im Churfürstenthumb Brandenburg, vnd dazu gehörenden Landen vnd|| Herrschafften, von Jahr zu jahr begeben vnd|| zugetragen haben.|| Aus vielen glaubwirdigen Scribenten vnd Büchern, auch aus|| bewerten vrkunden vnd vielen alten monumentis, zusam-||men getragen vnd beschrieben.|| Auch mit vielen Bildnüssen vnd Figuren gezieret, vnd mit einem vollkom-||menen vnd richtigem Register verfasset,|| Durch|| M. Andream Angelvm, Strvthiomon-||tanvm.||
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304 Chronica der Marck Brandenburg/

2.. der Oder/ dauon ein jeglich hauß fein Wie ſewachs reich­W lich hat/ wenn ſich die Oder

nicht vbergeuſt. Der ort, da die Wieſen ſind/ iſt vorzeiten AB zwyſelich genennet worden. Münſterus, Iuſtus, Thea­trum vrbium Surij,& c. In Leutingeri Tommentari js Marchicis ſtehet daß 53. jar welches vielleicht der drucker verſehen hat/ wie leichtlich geſchehen kan/ daß eine Zif­fer vor die ander genommen wird. Vmbs tauſend zwey hundert vnd vier vnnd funff­burt verſchanckte König Ot­m**(fer in Behemen das Marg­rafft nb Oberlaufig dem Churfuͤrſten zu Brandenburg/ darumb das er jhm in des Föomiſchen Königes Wahl feine ſtimme geben ſolte. Petrus Albinus.

Von erweiterung der Stad Strauſsberg in

der Mittelmarck.

Ben in dem 1254. | O9 Jahr iſt Straußberg/ | mein vielgeliebtes Vaterland/ 2 vier Meylen von Berlin gegen 3m Nordoſt gelegen/ von Marg­graffen Johanſen/ dis nahmens ' dem erſten/ Churfuͤrſten zu 5 Brandenburg et erweitet/ ond g mit feſten Mauren/ Walen vnd Graben(wie noch der aus genſchein zum theil gibet) der­maſſen befeſtiget/ daß es zu der A zeit/ da man nicht Carthaunen vnd Maurenbrecher im kriege gebrauchet/ feſt gnug geweſen vnd einen guten harten puff hat außſtehen konnen. Luſtus, Bertholdus, Sur ius in Theatro vrbium,&c. Zu mercken. Etliche haltens dafür/ daß Straußberg den nahmen habe von dem groſſen vn­gehewren Vogel Straus/ vnd ſagen/ daß an dem ort der Stad/ den man eine lange zeit biß nun hero den Buchhorſt genennet/ viel groſſe gewaltige Buͤchbaͤᷣwme geſtanden/ darin ſich der Vogel Straus gehalten habe. Aber dieſe meinung hat gar keinen grund. Denn ob wol am gedachten orte muͤgen Buͤchbaͤwme geſtanden fein/ fo gebens doch die Hiſtorienſchreiber/ vnd ſonderlich die Coſinographi nicht nach/ daß der Vogel Straus

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n dieſen kalten mittnaͤchtigen Landen fein Neſt vnd wohnung haben ſolte: Sondern ſa­

gen/ daß er hie zu lande niemals geſehen werde/ es ſey denn/ daß er durch ſonderliche

Practiken in Africa/ oder Egypten/ da er ſich am allermeiſten auffhelt/ gefangen vnnd

alſo hie her gebracht werde. Sonſten koͤmpt er von jm ſelber an dieſen oͤrtern nicht. Denn er vol gro ſſe Müchtige Federn hat/ ſo ſchreiben doch Plinius lib. jo. cap. 1. vnd Müihn­| ſter

1.

/ zn