Druckschrift 
Annales Marchiae|| Brandenbvrgicæ,|| das ist|| Ordentliche|| Verzeichnuß vn|| beschreibung der fürnemsten vnd|| gedenckwirdigsten Märckischen Jahrgeschichten vnd Historien,|| so sich vom 416. Jahr vor Christi Geburt, bis auffs 1596. Jahr|| im Churfürstenthumb Brandenburg, vnd dazu gehörenden Landen vnd|| Herrschafften, von Jahr zu jahr begeben vnd|| zugetragen haben.|| Aus vielen glaubwirdigen Scribenten vnd Büchern, auch aus|| bewerten vrkunden vnd vielen alten monumentis, zusam-||men getragen vnd beschrieben.|| Auch mit vielen Bildnüssen vnd Figuren gezieret, vnd mit einem vollkom-||menen vnd richtigem Register verfasset,|| Durch|| M. Andream Angelvm, Strvthiomon-||tanvm.||
Seite
278
Einzelbild herunterladen

Das dritte Buch. 278

Mit einer kũpffern Monſtrantze/ von Golde if ſie roth/ zwo Hoſtien waren da­rinne/ die eine klein/ die ander gros.

Er trug fie mit ſich von dannen/ das er kam allein/ da ſatzte er ſich nider auff einen harten ſtein/ aufft hat er die Monſtrantze zu derſelben ſtund/ die groͤſte von den Hoſtien ſtack er in ſeinen Mund.

Gott thet jhm dar ein zeichen/ das nicht kleine was/ das er in einer halben ſtunden noch hoͤret oder ſach.

Darnach gieng er gerichte gegen Spandaw in die Stadt/ dar Salomon Jude auch geſeſſen was/ Er ſprach/ Golt gruͤß dich Juͤde/ ich bring dir hier ein pfand/ das wil ich dir vorſetzen/ oder verkaͤuffen nu allzuhand.

Der Jude ſprach behende/ das iſt ein kupffern faß/ ich rede das fuͤrware/ die Chriſten haben jhren Gott darein geſatzt/ den wolt ich gerne kauffen/ kaͤuffen vmb ein Geld/ da ſprach ſich der Chriſten/ mocht es bleiben vrngemelt.

Er zog jhn aus der Taſchen bey dem Jůden an einen Tiſch/ ich ſpreche das fuͤrware/ daß das der Ehriſten Gott iſt/ was ſol ich dir darumb geben/ ſprach ſich der Juͤde zu hand/ da ſprach ſich der Chriſten/ ſiebenzehen groſchen zum pfand.

Der Juͤde ſprach gar balde/ das iſt zu thewer kaufft/ doch wil ich dir bezahlen daſſel­be kleine Brod/ Er zog aus feiner taſchen neun Maͤrckiſche groſchen trint/ dafür hat er gekauffet Jeſum Marien Kind.

Die Thriſten mugn betrachten vngleichen kauff/ wer moͤchte denn bezahlen/ der Himmel vnd Erden ſchuff.

Der Jude nam das heilige Sacrament/ vnd warff es da auff den Tiſch/ nu wil ich von dir wiſſen/ ob du der ware Gott biſt/ die zůͤden allzumale trieben jren ſpott/ er ſprach thu mir hier ein zeichen/ biſtu Teuffel oder Gott..

Sie haben das angeſpeiet, beſpottet mit groſſem geſchrey/ da thet ſich das heilige Sacrament an dreyen ſtuͤcken ſelbſt entzwey.

Ein theil haben fie gedrucket in einen Kuchen trint/ ſie meynten/ ſie wolten verbren­nen Jeſum Marien Kind/ Es ſtund ein Dfen nicht ferne/ da man das Brod ein buch/ darem ſctzten fie den Kuchen wol in die heiſſe glut.

Mum fein auch alle Juden in jhren Hertzen blind/ oben auff dem Kuchen ſahen ſie ſchweben einen ſchonen Jungling.

Ein thell haben fie geſchicket zu Yſterburg in die Stadt/ da waren viel Juͤden zu­ſammen/ vnd hatten da eine Wirtſchafft/ ſie legten das zwiſchen zwo Schuͤſſeln/ ſie tru­gen das vor die Braut/ die Juͤden tantzten vnd ſprungen/ vnd ſchryen alle jauch.

Die Juden allzumale trieben jhren ſpott/ ſie ſprachen/ das ſind wir all erfrewt/ das wir haben der Chriſten Gott.

Sie haben das auch gen Stendal geſchickt auch gen Franckfurt am Meyne in frembde Land/ wo das weiter iſt hinkommen/ das ſey Gott in dem Himl bekand.

Ein theil haben ſie geſchickt gen Brandenburg in die Stadt/ da der Jacob Jude innen beſeſſen was/ daß er ſolte ſchawen/ auch ſchawen der Chriſten Gott/ da huben ſie an zu heben einen trefflichen ſpott.

Er lies ſich herbringen einen tiſch/ der war nicht gut/ dar auff wolte er ſchawen/ ob das were fleiſch vnd blut/ ſie haben darein gehawen vnd geſtochen mit meſſern klein vnd gros/ da ſahen die Juden alle/ daß das blut mildiglich daraus floß.

Ihr Ehriſten muͤgt das gleuben/ vnd ſeyd das alle gewiß/ zu Brandenburg in der Thumbkirchen müget jhr den Kuchen ſchawen/ die Meſſer vnd auch den Tiſch.

Der Chriſte iſt gekommen zu Bernaw in die Stadt/ er trug in ſeinem Buſen noch das kupfferne faß/ er warff das vber die Mawer auff einen Holunder Baum/ das erfuhr ein fronmer Chriſten/ Gott wolle jhm geben das lohn.

8 Er

,. x LESE fs 4* VG

8

Pan m, PP. ö S ,.