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Annales Marchiae|| Brandenbvrgicæ,|| das ist|| Ordentliche|| Verzeichnuß vn|| beschreibung der fürnemsten vnd|| gedenckwirdigsten Märckischen Jahrgeschichten vnd Historien,|| so sich vom 416. Jahr vor Christi Geburt, bis auffs 1596. Jahr|| im Churfürstenthumb Brandenburg, vnd dazu gehörenden Landen vnd|| Herrschafften, von Jahr zu jahr begeben vnd|| zugetragen haben.|| Aus vielen glaubwirdigen Scribenten vnd Büchern, auch aus|| bewerten vrkunden vnd vielen alten monumentis, zusam-||men getragen vnd beschrieben.|| Auch mit vielen Bildnüssen vnd Figuren gezieret, vnd mit einem vollkom-||menen vnd richtigem Register verfasset,|| Durch|| M. Andream Angelvm, Strvthiomon-||tanvm.||
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r Chronica der Marck Brandenburg/

ordnungen/ der Cardinaͤlen ſetzen/ ſintemal bey den Scribenten hienon wenig nachrich­tung gefunden wird. Iſt demnach zu wiſſen/ das dreyerley art der Cardinaͤlen ſey: Denn etliche find Biſchoffe/ die andern Prieſter/ die dritten Diacken. Es wird aber die vrſache fuͤrgewendet/ das gleich/ wie die drey fuͤrnembſte Hierarchien der Engel auff den Herrn Chriſtum warten/ alſo ſollen auch die drey Ocdines Cardſnalium auff ſeinen Stadthalter warten.

In die erſte ordnung der Cardinaͤlen gehören die/ ſo ſonſt auch Biſchoffe fein muſten/ deren find ſieben, Der erſte Oſtienſis: Der ander bortuenſfs: Der dritte Albanchſis: Der 4. Sabinenſis: Der 5. Pra nelkinus: Der ſechſte. Ruffinæ, oder Sy luæ Candidæ: Der ſiebende Tuſculanus. Vnd dieſe nennet man des Bapſts A Nefsores oder beyſmer.

In die andere ordnung der Cardinale gehören die fo ſonſt Prieſter ſind/ můͤſſen jh­rer ordinarie acht zwantzig ſeyn/ vnd find in vier Claſſes geteilet/ nach den 4. Yeupt­

kirchen zu Nom/ nemlich S. Petri/ S. Pauli /S. Mariæ majoris vnd S. Laurentij.

Zu S. Peters Kirchen gehören dieſe ſieben. Zum erſten/ der Cardinal zu S Ma­rien vber der Tyber/ des titels Calixti vnd lulij: Zum andern zu 8. Chrygoſono vber der Tyber: Zum dritten zu S. Cecilien vber der Tyber: Zum vierdten zu 8. Anaſta­ſien: Zum fu nwfften zu 5. Lorentz in Hamaſo: Zum ſechſten zu 8. Marx ad palat inas: Zum ſiebenden zu. Martin vnd Sylueſtern/ auffm Berge in Exquilijs, tituio Equi j.

Folgende andere ſieben gehoren zu 5. Pauls Kirchen/ dahin fie zum hohen Altar ge­ordnet ſind. J. zu 8. Sabinen, in monte Auentino: 2. zu S. Prißken vnd Aquilæ, in mon­te Auentino: 3. Zu S. Balbinen: 4. Zu S. Nerei vnd Achillei: 5. Zu S. Sixt: 6. Zu S. Marcellen: 7. Zu S. Suſannen vnd Gabinif: genandt zun zweyen Haͤuſern.

Die dritten ſirben gehoͤren zu vnſer lieben Frawen groſſen Stifftkirchen/ genand S. Mariæ maioris, vnd find dieſe: j. S. Cyriaci in Thermis Diocletiani: 2. Zu S. Eus ſebij in Exquilijs: 3. S. Porentianæ, oder Pudentiana, vnd Paſtoris: 4. Zu S. Vitalis, Geruaſij& Prothaſij, des Titels Veſtinæ: 5. S. Mar celli& Petri: 6. Clementis auff dem Berge:. Der zwoͤlff Apoſteln.

Die letzten ſieben Prieſter Cardinale gehoͤren zu S. Lorentz Lirchen/ vnd find dieſe: j. Zu S. Praxedis: 2. S. Petern in Banden(ad vincula) deß tittels Eudoxa: 3. Zu S. Lorentz in Lucina: 4 Zum heiligen Creutz in Jeruſalem: 5. Zu S. Stephan/ auff dem Berge Celio: 6. Zu S. Johan vnd Paul/ deß tittels Pammachiſ: 7. Zun heili­

gen vier gekroͤneten. Vnd dieſe Prieſter Cardinale/ ſind deß Bapſts Beyſtender.

Die dritte ordnung der Diacken Cardinale hat ſechzehen Cardinale in ſich: j. 5.

Mariæ in Dominica: 2 S. Luciæ in Cirro vel circo palatij, inxta Septiſolium: 3. S. S. Mariæ non: 4. 8. Coſmæ& Damiani: 5. S. Hadriani in Palatio- 6. S. Georgi]

in Palitio: 7. S. Mar in Schola Græca: 8. S. Mariz in porticu: 9. S. Nicola in carcere Tulliano: 10. S8. Michaelis Angeli, jenſeit der Tyber am Fiſchmarckt: u. 8. Eaſtachij bey dem Tempel Agrippæ: jJ2. S. Mariæ in Aquario: 13. S. Mariæ inuiola­, oder in via lata am breiten wege: 14 S. Agathæ in Saburra: 75. S. Lucie in capite Saburræ: 16. S. Qriaci, oden Quirici. Vnnd dieſe Cardinales Diaconi muͤſſen den Bapſt anlegen/ tragen/ vnd ſonſt ſtets auff warten.

Hieraus ſihet man nu/ in welcher ordnung der Cardinale Marggraff Albrecht von Brandenburg/ ete vom Bapſt fen coaptiret vnd genommen worden/ als nemlich in der andern ordnung Cardinalium Presbyterorum, zu S. Peters vnd S- Lorentzen Kirchen. j Ii vor gedachtem 5 8 Jahr/ am 24. tag Augnſti(etliche ſenen den 25. tag) hielt Marggraff Caſtmirus von Brandenburg/ Frideriei V. Sohn/ u Augßburg im weren­den Neſchßtage hochzeit mit Fraͤwlein Suſanna/ Hertzog Albrechts aus Beyern/ toch­ter: auff welcher Hochzeit denn der Keyſer Maximilianus ſelbſt/ ſampt vielen Königen Leg aten/ auch vielen Chur vnd Fuͤrſtlichen Perſonen/ war. Crent⸗heimius, Lenting.

Vmb Martins Feſt hat Marggraff Albrecht von Brandenburg/ Heermeiſter in Preuſſen/ ete. zum Berlin/ auff der zuſamenkunfft etlicher Fuͤrſten vnd Herrn/ auch des