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Das dritte Buch. 32
nemen/ noch reicher dauon werden. Die weil es denn ein gaͤuckliſcher Geiſt iſt/ welcher in feiner muͤſſigheit vnſer ſicherheit ſpottet/ wil uns anders nicht gebuͤhren/ denn das wir zu erſt mit ernſt vor die Magd/ die ſolches vnſert halben leidet/ bitten. Darnach ſol man den Geiſt wider verachten/ vnd ſeiner lachen/ vnd mit keinen exorciſmis, das iſt/ beſchwerungen oder andern Ceremonien an jhn ſetzen.
Denn alle dieſe dinge verlachet die teuffeliſche Hoffart. Demnach ſollen wir mit dem Gebet vor die Magd/ vnd mit verachtunge gegen dem Teuffel anhalten/ ſo wird er zuletzt durch deß HErrn Chriſti huͤlffe/ wenn er alſo verachtet wird/ auffhoͤren. Es were auch wol gut/ daß die Fuͤrſten jhre maͤngel vnd gebrechen/ die hiemit bedeutet werden/ beſſerten. Denn der Schalckhafftige oder Buͤbiſche Geiſt bedeutet hiemit/ daß er mechtiglich vnd ohn ſchew in etlichen Fuͤrſten herrſche. Ich bitte dich aber/ weil es werth iſt/ das es weit vnd breit kund werde/ du wolleſt dich deß gewiß erkuͤndigen/ das nicht ein betrug oder Buͤberey dahinden begraben ſey: Fuͤrnemlich aber/ ob das Geld vnd die Muͤntze/ welche die Magd erwiſchet/ auch in ander Leute Haͤnden thawerhafftig/ vnnd auff gemeinem Marckte gangbar ſey. Denn ich bin mit fo mancherley taͤuſcherey/ lügen/ betrug/ vnd andern rencken die zeit hero geaffet oder durchhecket worden/ daß mir es notwendig ſchwer wird allen zu gleuben/ allein was ich ſelber weis/ das ich thue vñ rede. So gros iſt des Teuffels gewalt/ der Welt Buͤberey/ vnd der Leute freuel oder muthwill zu dieſer zeit. Darumb ſehe dich fur/ daß du/ vnnd ich durch dich/ nicht betrogen
werden, wie das Sprichwort lautet: Gleube dem erfahrnen Ruperto. Gehab dich wol/
ond bitte Für mich. Gegeben zu Wittemberg/ den 5. Auguſti/ im j 536. Jahr.
Diß iſt alſo die Copey von dem Brieffe den D. Luther an Herrn Andream Ebert von die er beſeſſenen Magd/ vnd jhrem Geldfreſſen/ geſchrieben hat. Weil aber dis Hiſtor ia/ wie Lutherus im gedachtem Brieffe meldet/ wol werth iſt/ daß fie maͤnniglich bekandt ſey/ vnd auff vnſere Nachkommen erhalten werde/ auch viel guter Leute des gründlichen vnd eigentlichen bericht offte begeret haben/ Wil ich auch hie der weſtberühmbten vnd gelehrten Manner/ Herrn lodoci VVillichij Reſelliani, der Arkncy Doctorn vnd Profeſſorn zu Franckfurt dazumal/ vnd Herrn Georgij Sabini, Brandenburgenſis gezeugnůß zum vberfluß mit hinzu ſetzen/ vnd dieweil es mit der vorigen narration vnd bericht durchaus vbereinſtimmet/ vnuerdeutſchet laſſen.
D. lodocu Vfillichius in præfatione Commentarioli in Prophetam lonam.
nno à Chriſto noſtro ſeruat ore nato 1536. puella, quæ etiamnum,
(anno ſc. 15 4 3. Jquibuſdam ciuibus ſeruitutem ſeruit, operamq́; ſuam mer ce
aariam impendit, demonio quodam in media æſtate correpta fuit,& circiter totum menſem numiſma uernaculum, idtamen uarium, deuorauit: Cuius copiam in cuiuslibet rei attactu per certa tempor is nterualla habuit, in principio modum quendam, ſed in acceſsionis llatu magnam pecuniarum ingluuiem, quæ tamen in inclinatione, circiter menſem deſinentem, quo aciculas tantum deglutiuit, mit ĩgabatur; palam vniuerſi his oculis noſtris,& plus ſexcenties perſpeximus. Aduenſt aliunde accerſitus per quoſdam ſuperſtit ioſos homines ſacrificulus Romanenſis, iſtud DPDœmonij ſuis adiuratĩonibus ablegarurus: Sed ſpe ſui laboris fruſtratus eſt. De inde diu& mul. tum inter primates veriufg; ſegatus tam literarij, quam forenſis de liberatum& tandem aliquando ad pium Prophetam( Lutherum) hoc negotij relatum eſt. qui ad rogatum reſpondit, non niſi iulta& aſs idua piæ Eccleſiæ interpellatione hoc malum tolli pole. Cujus conſilio noſtrates concionatores parere dignati ſunt,& voti ſui compotes facti. Euentum autem iſtius monſtri non eſt, vt exponam, proh dolor toti Marchiæ ſatis cognitum& perſpe lum: Deumq́; teſtem facio, quod mallem hoc loci mens tir. quàm vera dicere.
6e 3 Georgts
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