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Annales Marchiae|| Brandenbvrgicæ,|| das ist|| Ordentliche|| Verzeichnuß vn|| beschreibung der fürnemsten vnd|| gedenckwirdigsten Märckischen Jahrgeschichten vnd Historien,|| so sich vom 416. Jahr vor Christi Geburt, bis auffs 1596. Jahr|| im Churfürstenthumb Brandenburg, vnd dazu gehörenden Landen vnd|| Herrschafften, von Jahr zu jahr begeben vnd|| zugetragen haben.|| Aus vielen glaubwirdigen Scribenten vnd Büchern, auch aus|| bewerten vrkunden vnd vielen alten monumentis, zusam-||men getragen vnd beschrieben.|| Auch mit vielen Bildnüssen vnd Figuren gezieret, vnd mit einem vollkom-||menen vnd richtigem Register verfasset,|| Durch|| M. Andream Angelvm, Strvthiomon-||tanvm.||
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Das dritte Buch. 32

nemen/ noch reicher dauon werden. Die weil es denn ein gaͤuckliſcher Geiſt iſt/ welcher in feiner muͤſſigheit vnſer ſicherheit ſpottet/ wil uns anders nicht gebuͤhren/ denn das wir zu erſt mit ernſt vor die Magd/ die ſolches vnſert halben leidet/ bitten. Darnach ſol man den Geiſt wider verachten/ vnd ſeiner lachen/ vnd mit keinen exorciſmis, das iſt/ beſchwerungen oder andern Ceremonien an jhn ſetzen.

Denn alle dieſe dinge verlachet die teuffeliſche Hoffart. Demnach ſollen wir mit dem Gebet vor die Magd/ vnd mit verachtunge gegen dem Teuffel anhalten/ ſo wird er zuletzt durch deß HErrn Chriſti huͤlffe/ wenn er alſo verachtet wird/ auffhoͤren. Es were auch wol gut/ daß die Fuͤrſten jhre maͤngel vnd gebrechen/ die hiemit bedeutet wer­den/ beſſerten. Denn der Schalckhafftige oder Buͤbiſche Geiſt bedeutet hiemit/ daß er mechtiglich vnd ohn ſchew in etlichen Fuͤrſten herrſche. Ich bitte dich aber/ weil es werth iſt/ das es weit vnd breit kund werde/ du wolleſt dich deß gewiß erkuͤndigen/ das nicht ein betrug oder Buͤberey dahinden begraben ſey: Fuͤrnemlich aber/ ob das Geld vnd die Muͤntze/ welche die Magd erwiſchet/ auch in ander Leute Haͤnden thawerhafftig/ vnnd auff gemeinem Marckte gangbar ſey. Denn ich bin mit fo mancherley taͤuſcherey/ lügen/ betrug/ vnd andern rencken die zeit hero geaffet oder durchhecket worden/ daß mir es notwendig ſchwer wird allen zu gleuben/ allein was ich ſelber weis/ das ich thue rede. So gros iſt des Teuffels gewalt/ der Welt Buͤberey/ vnd der Leute freuel oder muth­will zu dieſer zeit. Darumb ſehe dich fur/ daß du/ vnnd ich durch dich/ nicht betrogen

werden, wie das Sprichwort lautet: Gleube dem erfahrnen Ruperto. Gehab dich wol/

ond bitte Für mich. Gegeben zu Wittemberg/ den 5. Auguſti/ im j 536. Jahr.

Diß iſt alſo die Copey von dem Brieffe den D. Luther an Herrn Andreambert von die er beſeſſenen Magd/ vnd jhrem Geldfreſſen/ geſchrieben hat. Weil aber dis Hiſtor ia/ wie Lutherus im gedachtem Brieffe meldet/ wol werth iſt/ daß fie maͤnnig­lich bekandt ſey/ vnd auff vnſere Nachkommen erhalten werde/ auch viel guter Leute des gründlichen vnd eigentlichen bericht offte begeret haben/ Wil ich auch hie der weſtbe­rühmbten vnd gelehrten Manner/ Herrn lodoci VVillichij Reſelliani, der Arkncy Doctorn vnd Profeſſorn zu Franckfurt dazumal/ vnd Herrn Georgij Sabini, Branden­burgenſis gezeugnůß zum vberfluß mit hinzu ſetzen/ vnd dieweil es mit der vorigen nar­ration vnd bericht durchaus vbereinſtimmet/ vnuerdeutſchet laſſen.

D. lodocu Vfillichius in præfatione Commentarioli in Prophetam lonam.

nno à Chriſto noſtro ſeruat ore nato 1536. puella, quæ etiamnum,

(anno ſc. 15 4 3. Jquibuſdam ciuibus ſeruitutem ſeruit, operamq́; ſuam mer ce­

aariam impendit, demonio quodam in media æſtate correpta fuit,& circiter totum menſem numiſma uernaculum, idtamen uarium, deuorauit: Cuius copiam in cuiuslibet rei attactu per certa tempor is nterualla habuit, in principio modum quen­dam, ſed in acceſsionis llatu magnam pecuniarum ingluuiem, quæ tamen in inclina­tione, circiter menſem deſinentem, quo aciculas tantum deglutiuit, mit ĩgabatur; pa­lam vniuerſi his oculis noſtris,& plus ſexcenties perſpeximus. Aduenſt aliunde ac­cerſitus per quoſdam ſuperſtit ioſos homines ſacrificulus Romanenſis, iſtud DPDœmonij ſuis adiuratĩonibus ablegarurus: Sed ſpe ſui laboris fruſtratus eſt. De inde diu& mul. tum inter primates veriufg; ſegatus tam literarij, quam forenſis de liberatum& tan­dem aliquando ad pium Prophetam( Lutherum) hoc negotij relatum eſt. qui ad roga­tum reſpondit, non niſi iulta& aſs idua piæ Eccleſiæ interpellatione hoc malum tolli pole. Cujus conſilio noſtrates concionatores parere dignati ſunt,& voti ſui com­potes facti. Euentum autem iſtius monſtri non eſt, vt exponam, proh dolor toti Mar­chiæ ſatis cognitum& perſpe lum: Deumq́; teſtem facio, quod mallem hoc loci mens tir. quàm vera dicere.

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