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Annales Marchiae|| Brandenbvrgicæ,|| das ist|| Ordentliche|| Verzeichnuß vn|| beschreibung der fürnemsten vnd|| gedenckwirdigsten Märckischen Jahrgeschichten vnd Historien,|| so sich vom 416. Jahr vor Christi Geburt, bis auffs 1596. Jahr|| im Churfürstenthumb Brandenburg, vnd dazu gehörenden Landen vnd|| Herrschafften, von Jahr zu jahr begeben vnd|| zugetragen haben.|| Aus vielen glaubwirdigen Scribenten vnd Büchern, auch aus|| bewerten vrkunden vnd vielen alten monumentis, zusam-||men getragen vnd beschrieben.|| Auch mit vielen Bildnüssen vnd Figuren gezieret, vnd mit einem vollkom-||menen vnd richtigem Register verfasset,|| Durch|| M. Andream Angelvm, Strvthiomon-||tanvm.||
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326 Chronica der Marck Brandenburg/

Wenn fie aber hernach gefraget ward/ wie jhr geſchehen were/ antworte ſie/ fie wuſte nirgend von/ wie jhr geſchehen were/ oder was fie gethan hette. h Die ſes/ ſage ich/ iſt ein gros wunder/ das Gott der Chriſten Gebet erhoͤret/ vnn dem Teuffel ein ziel ſtecket/ daß er nichts ohn Gottes zulaſſen thun kan/ vnd nicht weis ter oder lenger wundern mus/ als Gott wil.| Auch haben wir allkier ein herrlich zeugnuͤß/ wie kraͤfftig der Chriſten Gebet ſey/ nemlich/ daß es auch koͤnne die Teuffel außtreiben: Wie denn D. Lutherus gerahten hatte/ das man nichts anders mit der Magd fuͤrnemen/ ſondern allein mit dem Gebete anhalten ſolte/ wie daſſelbe aus nachbeſchriebener Copey zufinden iſt/ die ich deßhalben hieher ſetzen wollen/ das man in gleichen faͤllen/ wes man ſich nach Lutheri raht verhal­ten ſolle/ wiſſen müge. Es lautet aber die Copey/ wie fie O. Hieronymus Haunolt/ von Lignitz bůrtig/ aus dem autographo geſchrieben/ vnd Doctori Chriſtophoro Stym­melſo mitgetheilet/ folgender weiſe alſo:) VENERABILL VIRO Da. ANDREÆ EBERTo, Concionatori apud Francofurtum cis viadrum, frairi ſuo in Domino dile ctiſsimo. ratiam q) pacem in Chriſto.

Vltis videntur incredibilia, quæ tu ſcribis, mi Andrea,& ante­

quam tu ſcriberes, cum hic narrarentur, ipſe quoq́; putabam, me audire jocum

quendam aut fabulam. Sed ſi ita res habet, vtĩ tu scribis, arbitror, oſtentum eſſe, quo Deus permittit Satanam oſtendere figuram& imaginem quorundam Princi­pum, qui rapiant& vorent vnde cunq́; opes,& tamen nihil proficiant. Cum ergò iocu­laris fit iſte ſpiritus,& ocio ſuo ſecuritatem noſtram rideat, nobis primò eſt ſeriò pro puella orandum, quæ propter nos cogitur iſta pati Deinde ipſe ſpir itus viciſsim eſt cantemnendus& ridendus, nec vllis exorciſmis aut Sꝑerijs tentandus: Quia omnia iſta riet ſuperbia diabolica. Sed perſeueremus in orat ione pro puella,& contemptu in Dis abolum: Et tandem, fauente Chriſto, ceſsabit. Et iam bonum eſlet, ſi vitia ſua, quæ hoc oſtento indſcantur, emendarent Principes, in quibus ille nequam Spiritus ſignificat, ſese potenter& ſccurè dominari. Rogo te, quar doquidem res ifta di­gna elt euulgari, omnia velis certiſsimè explorare, ne ſubſit aliquid doli: Et id jnprimis, an moneta, ſeu nummi iſti, quos puella rapit, ſint veri nummi,& vſum fori ſuſtincant. Nam ego tot fucis, technis, dolis, menda cijs, artibus.& c. hactenus ſum exagitttus, vt cogar difficilis eſſe ad credendum omnia& omnibus, niſt quæ ego ſcio me facere& diccrte. Tanta eſt Diaboli vis, mundi malicia,& hom inum confide nt ia hodiè. Quare vide,& proſpice tibi quoq́; ne fallare,& ego per te fallar. Experto cre­de Ruperto, vt eſt prouerbium. Vale in Domino,& ora pro me. VVittenbergæ 5. Auguſti, Anno 1536.

Martinus Lucher.

Dieſe Copey lautet auff deutſch alſo:

Dem Ehrnhafften Herrn Andreaſen Ebert/ Predi­

gern zu Franckfurt an der Oder/ meinem geliebten Bruder im Herrn.

Gnad ynd fried in Chriſto. Ein Schreiben/ lieber Andrea/ koͤmpt vielen vnglaͤublich für: vnnd da es allhier/ ehe ich dein ſchreiben bekam/ außge prenget ward/ hielt ichs zwar ſelber dafür/ es were ein ſchertz oder fabel. Da ſichs aber alſo verhelt, wie du ſchrei­beſt/ bin ich der meynung/ es ſch ein Oſtentum( das iſt/ ein felßam vnd wundergeſchicht/ dadurch etwas bedeutet wird) das Gott dem Satan zuleſt eine Figur vnd bildnůͤß etli­cher Fuͤrſten zuzeigen/ wie fie nemen/ vnd viel geld vnd gut freſſen/ vnd gleichwol nit zu­nemen