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Die Anschauungen Friedrichs des Grossen vom Festungskriege vor Ausbruch des Siebenjährigen Krieges : Zum Friedrichstage ; nach Vorarbeiten der kriegsgeschichtlichen Abtheilung II und Akten des Kriegs-Archivs / bearb. von [Max] v. Duvernoy
Entstehung
Seite
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sollten zunächst die beiden Facen des Ravelins, die gebrochene" Batterie C- D die dem Ravelin zugewendeten Facen der beiden Bastione demontiren. Gleich­zeitig wurde noch die Armirung dieser drei Batterien mit Mörsern vorgesehen, damit sie später auch als Wurfbatterien wirfen könnten. Die Demontir Batterien sollten, nach dem Befehl des Königs, sämmtlich 16 Schritt hinter der ersten Parallele liegen, Batterie A mußte jedoch, des sumpfigen Geländes wegen, vor diese gelegt werden. Mit Beendigung der Parallele und der Kommunikation am Nachmittage des 25. wurde bei P noch ein Epaulement für die Kavallerie gebaut, die von da ab dort, also hinter dem rechten Flügel, ihre Aufstellung nahm. Die 8 Bataillone besetzten als Trancheewache die Parallele. Der völlige Ausbau der gebrochenen" und die Armirung jämmtlicher Demontir- Batterien geschah während der Nacht zum 26. Die Batterien waren ungefähr 3 Fuß hoch" erbaut worden, die vorderen Deff nungen der Scharten wurden mit Hürden geblendet.

Am Vormittag des 26. Juli wurde die Trancheemache durch 8 Bataillone 30 Pferde von den Gardes du Corps abgelöst.*) Die Demontir- Batterien eröffneten auf Befehl des Königs das Feuer. A und B thaten vier Kanonen­schüsse und neun Bombenwürfe mit sehr guter Wirkung. Batterie C- D gab nur einen Kanonenschuß zur Probe. Drei Bataillone deckten 400 Arbeiter, die die Annäherung von der ersten zur zweiten Parallele auszuheben hatten. Sie ging aus der Mitte der ersten nach dem linken Flügel der zweiten Barallele und endigte auf 200 Schritt von den Festungswerfen in der Ver­längerung der linken Face des Bastions I. Außerdem schoben diese drei Bataillone noch Sicherheitsabtheilungen nach rechts vor, zur Deckung der Arbeiter an der zweiten Parallele, die gleichzeitig eröffnet wurde. Sie wurde mit Hülfe sechs Fuß langer Faschinen, von denen jeder Arbeiter außer feinem Schanzzeug eine trug, ausgeführt, indem jeder Mann seine Faschine an der Trace vor sich hinlegte und, zunächst im Liegen dahinter arbeitend, so schnell als möglich Teckung zu bekommen suchte.

Außerdem ordnete der König den Bau von sechs Ricochett- Batterien, E, F, G, H, J und K, an, zur Beschießung sämmtlicher Facen der beiden Bastione und des Ravelins. Sie wurden jedoch nicht ausgebaut, sondern, um Beit zu sparen, nur soweit aufgeworfen, damit man sehen konnte, was es seyn sollte." Die zweite Parallele war nachmittags fertig und wurde von der Trancheewache besetzt.

Am 27. Juli früh ließ der König zunächst sämmtliche sechs Ricochett­Batterien zur Probe feuern; Batterie J that 7, die übrigen 3 Schuß, ebenso warf Batterie C- D je 5 Bomben in das Innere der beiden Bastione, um anzudeuten, daß Temontir und Ricochett- Batterien mit gutem Erfolg gekämpft

*) In Wirklichkeit waren es dieselben Bataillone, die nachmittags zuvor nach Potsdam zurückmarschirt waren und nun wieder ausrückten.