Druckschrift 
Arbeitszeit im Wandel : Möglichkeiten und Formen der Arbeitszeitgestaltung / von Helmut Glaubrecht; Dieter Wagner; Ernst Zander
Seite
200
Einzelbild herunterladen

200

Auflockerung des Kongruenz-Prinzips

steme mit flexibler Dauer und Lage täglicher, wöchentlicher, monatlicher oder jährlicher Zeit-Eckwerte interessante Wahlmöglichkeiten für die be­troffenen Arbeitnehmer, wobei jeweils davon ausgegangen wird, daß die Arbeitszeit der Beschäftigten und die Betriebszeit der Arbeitsplätze nicht übereinstimmen.!9)

Diese Übersicht soll insbesondere zeigen, wie vielfältig die Möglichkeiten der Arbeitszeitgestaltung sind. Aufgabe eines modernen Zeitmanage­ments!® sollte es dabei sein, bereits in strategischer Hinsicht und somit nicht nur taktisch reagierend diejenige Arbeitszeitform in Zusammen­arbeit mit den Betriebs- und Sozialpartnern auszuwählen, welche am be­sten geeignet ist, bestimmte Problemfelder bei der Marktanpassung sowie in kostenmäßiger, organisatorischer und personaler Hinsicht besser zu be­wältigen.

a) Jahresarbeitszeitverträge

Jahresarbeitszeitverträge können einen wichtigen Beitragzur Überwin­dung der Dichotomie zwischen Voll- und Teilzeitarbeit2% bilden. Ein Jahresarbeitszeitvertrag gilt alsvaribaler Teil eines normalen Arbeitsver­trages, der zu Beginn eines jeden Arbeitsjahres zwischen den Vertragspart­nern neu zu regeln ist.201)

(1) Das Jahresarbeitszeitkonzept:

Beispielsweise kann eine bestimmte Anzahl von Arbeitsstunden vereinbart werden, die jährlich abzuleisten ist. Dabei kann offenbleiben oder unter­schiedlich detailliert festgelegt werden, bei wieviel Stunden pro Tag, Wo­che oder Monat die festgelegte Gesamtstundenzahl erfüllt wird. Unter Be­achtung der durch die Arbeitszeitordnung festgelegten Grenzen ist es z.B. möglich, 150 Tage zu 10 Stunden(bei maximal ca. 235 regulären Arbeitsta­gen pro Jahr) oder 187,5 Tage zu je 8 Stunden zu arbeiten. Das Jahresar­beitszeitkonzept wird in Schweden, Frankreich, den USA oder der Schweiz häufiger angewandt als in der Bundesrepublik Deutschland.

19 Vgl. z.B. Döding, G.: Arbeitszeitflexibilisierung aus der Sicht der Gewerkschaften. In: Marr, R.(Hrsg.): Arbeitszeit-Management, Berlin 1987, S. 45ff.

19 Vgl. z.B. die Beiträge bei Marr, R.(Hrsg.): Arbeitszeit-Management, a.a.O., und Heg­ner, F.: Flexibles Zeitmanagement im Betrieb: Ansatzpunkte für eine weniger starre Kupplung von Arbeits- und Betriebszeiten. Handbuch der Beschäftigung i. V.

200 Teriet, B.: Zeitökonomie, Zeitsouveränität und Zeitmanagement in der Bundesrepu­blik Deutschland eine Zwischenbilanz, Zeitschrift für Arbeitswissenschaft 1978/2, Ss. 117.

201 Ebenda.