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Unser Rgt. nähmlich kam gar nicht in Berlin ins Quartier, sondern wir gingen gerade durch nach Potsdam. Da ich nun iu Berlin viel Freunde und Bekannte hatte u. mir Berlin überhaupt viel interessanter war als Potsdam, so nahm ich jeden Augenblick wahr, hinüberzurutschen, sodaß ich in den 9—10 Tagen, die wir in Potsdam standen, den Weg 6—7 mal gemacht u. also beinahe mehr auf der 4 meilen langen Chaussee als in Berlin u. Potsdam gelebt habe.— Von Berlin habe ich dir noch mancherlei zu schreiben, ich will es also deinem Wunsche gemäß auch sogleich thun.. Von meiner ersten Fahrt nach Berlin aus Werneuchen zu dem ruß. Ball habe ich dir schon letzt geschrieben. Wir marschierten darauf nach Panko u. den 16ten ritt ich mit Carl D. von dort aus nach Berlin, wir sahen des Abends Jffland in Abbée l'epée u. Aschenbrödel u. ritten in der Nacht wieder zurück. Den 17 ten März war, wie du durch die Zeitung weißt, unser Durchmarsch durch Berlin. Ich sollte die Bagage nach Potsdam führen. Da ich aber gern beim Durchmarsch beim Regiment sein wollte, so brachte ich um 4 Uhr Morgens die Bagage bis auf die Potsdamer Chaussee u. jagte durch die Stadt wieder zum Regiment. Unser Durchmarsch war einzig. Die Freude, Entzückung, mit der uns die Berliner empfingen, überstieg alle Erwartung. Es war wirklich rührend, Trompetenschall, wehende Tücher u. ein immerwährends Hochrufen begleitete uns durch die ganze Stadt. Ein Theil der Truppen, unter denen auch das schwarze Husaren-Rgt. war, blieb in Berlin stehen, die übrigen u. auch unser Rgt. marschierten geradezu nach Potsdam.— Nachmittags besah ich mir manche Merkwürdigkeit u. Abends war ich in der Oper, wo Iphigenie in Tauris gegeben ward. In der Nacht gings nach Potsdam. Der andere Tag, d. 19ten ward ich wieder nach Berlin kommandiert, um Geld fürs Rgt. zu holen. Des Abends sah ich Noth ohne Sorge u. Sorge ohne Noth im Theater. Hier war es immer so entsetzlich voll, daß ich beinahe immer Logenplätze nehmen mußte u. jedesmal traf ich in die Loge des Gen. Jork. Den 20ten sollte ich nach P. zurück; ich konnte das aber nicht übers Herz bringen, denn denselben Abend ward unserem Corps zu Ehren ein sehr großer
Ball im Opernhause gegeben. Ich blieb also da-und Abends ging ich
dann auf den Ball. Er war sehr brillant und zahlreich, denn nicht allein das Opernhaus (Paterre u. Theater geebnet) sondern auch alle Logen waren gepfercht voll. Noch nie habe ich ein so großes Tanzlokal gesehen. An 4 verschiedenen stellen im Saal ward Raschwalzer getanzt u. die.colonnen
waren gewiß gegen 200 Paar lang. Ich amüsierte mich sehr gut, denn außer meinen alten Bekanntschaften von dem früheren, ruß. Ball fand u. machte ich noch andere.-Einen Abend war ich in der Oper (Armida). Ich war ge
rade in der Halle, als der König kam, er sah mich, obgleich ich mich, da ich ohne Chaco war, versteckte, erkannte mich sogleich, fragte mich, wie lange ich im Rgt. wäre, erkundigte sich nach Rudolf, nach Euch allen u. trug mir an Euch allen Grüße auf.-
Adieu, meine liebe, theure Mutter, bleibe ja gesund, grüße Vater u. Geschwister herzlich von
deinem treuen Sohn
Hans.
Büden vor Magdeburg, den 14. April 1813.
Mein lieber Vater.
Wir haben wieder eine kleine Affäre gehabt, die aber, Gott sey Dank, wieder ganz zu unserm Vortheil ausgefallen ist.
Gestern früh machten die Fr. einen Ausfall aus M., vorzüglich um eine sehr große Quantität Heu und Hafer, die nahe vor Magdeburg lag, hineinzuschleppen. Sie waren ohngefähr 2000 M. Infanterie stark, u. wurden sogleich