Heft 
(1927) 1/2
Seite
20
Einzelbild herunterladen

beigesetzt ist, durch ihre graue Füllung von dem Hellen gewachsenen Boden ab, wenn auch an einer Seite die Grenze nur schwer zu ermitteln war. Dunkel­graue und schwärzliche Streifen in der unmittelbaren Nähe des Skeletts lassen auf Holzkonstruktiouen, vielleicht auch auf Sarg schließen. Ueber dem Skelett fanden sich zerstreut vorgeschichtliche Scherben uud ein halber Spinnwirtel.

Zwischen den Gräbern wurden noch Gruben mit dunkler Erdfüllung an­getroffen, die ganz verschiedene Ausmaße hatten, aber keine Bestattungen auf­wiesen. Besonders zu bemerken ist Grube 1. Auf ihrem Boden enthielt sie au ihrer Nordseite eine Packung faustgroßer, gespaltener Feldsteine, die vom Feuer geschwärzt und mit Branderde und Holzkohlemtückchen bedeckt waren. Unter dieser Packung, die offenbar einen Herd darstellt, lag noch ein zweiter kleinerer Herd von ovalem Grundriß, der aus hart gebranntem Lehm bestand und zum Teil auch mit Branderde bedeckt war. Nach Ausweis der Scherbenfunde gehört auch dieses Grab in die Wendenzeit. Unmittelbar daneben sind Skelette ge­funden.

An der Fundstelle und in der näheren Umgebung ist die Oberfläche des Geländes uneben und hügelig. Als natürliche Gebilde können die vorhandenen Erhebungen nicht alle erklärt werden, besonders nicht ein großer, runder, regel­mäßiger Hügel, der an einer Seite bei der Anlage des Weges angeschnitten ist und hier dunkle Erde im Innern aufweist. Vermutlich stellt er ein Hügelgrab dar. Auch an der Hauptfundstelle ließ sich eine Anschwellung des Bodens be­obachten, die jedoch nicht als aufgeschütteter Hügel anzusprechen ist.

Ausführlicher auf die einzelnen Beobachtungen und Kleinfunde einzugehen, ist nicht Aufgabe dieses vorläufigen Berichtes; das niuß der ausführlichen Ver­öffentlichung Vorbehalten bleiben, in der auch entsprechende Funde aus anderen Gegenden zum Vergleich herangezogen werden sollen. Der endgültige Bericht wird außer einer Auswahl der aufgenommenen Photographien auch den Lage­plan des Gräberfeldes bringen, dessen Aufnahme dem freundlichen Entgegen­kommen des Kyritzer Katasteramtes zu verdanken ist- Desgleichen ist das Mu­seum dem Magistrat, Herrn Direktor Bergmann, Herrn Konrektor Brell und Herrn Bauunternehmer Buchholz für wirksame Unterstützung zu Dank verpflichtet.