34
Deutsche Rundschau.
Alles War Heller Jubel, denn Krola's Stimme war immer noch voll Kraft und Klang, wenigstens verglichen mit dem, was man sonst in diesem Kreise hörte. Schmidt weinte vor sich hin. Aber mit einem Male war er wieder da. „Bruder", sagte er, „das hat mir Wohl gethan. Bravissimo. Treibel, unsere Jenny hat doch Recht. Es ist 'was damit, es ist was drin; ich weiß nicht genau was, aber das ist es eben — es ist ein wirkliches Lied. Alle echte Lyrik hat 'was Geheimnißvolles. Ich hätte doch am Ende dabei bleiben sollen . .
Treibel und Krola sahen sich an und nickten dann zustimmend.
. . Und die arme Corinna! Jetzt ist sie bei Trebbin, erste Etappe zu Julia's Grab . . . Julia Capulet, wie das klingt. Es soll übrigens eine ägyptische Sargkiste sein, was eigentlich noch interessanter ist . . . Und dann Alles in Allem, ich Weiß nicht, ob es recht ist, die Nacht so durchzusahren; früher War das nicht Brauch, früher war man natürlicher, ich möchte sagen sittlicher. Schade, daß meine Freundin Jenny fort ist, die sollte darüber entscheiden. Für mich persönlich steht es fest, Natur ist Sittlichkeit und überhaupt die Hauptsache. Geld ist Unsinn, Wissenschaft ist Unsinn, Alles ist Unsinn. Professor auch. Wer es bestreitet, ist ein xeeus. Nicht wahr, Kuh? . . . Kommen Sie, meine Herren, komm', Krola . . . Wir wollen nach Hause gehen."