Briefe Momas Harlyle's an Garnhagen von <Lnse aus den Zähren 1837 - 1857 .
Uebersetzt und mitgetheilt von
l)r. Richard Preuß.
Die Briefe, die hier zum ersten Male der Oeffentlichkeit übergeben werden, bedürfen nur weniger Worte zum Geleit. Als Zeugnisse Carlhle'schen Geistes und Carlyle'scher Denkart sprechen sie für sich selbst.
Die Originale befinden sich unter den handschriftlichen Schätzen der königlichen Bibliothek in Berlin, in deren Besitz der ganze literarische Nachlaß Varn- hagen's. Alles, was der sammelfrohe Mann während eines langen und an persönlichen Beziehungen reichen Lebens aufgehäuft hat, nach seinem 1858 erfolgten Tode übergegangen ist. Von den eigenen Briefen hat der sonst in solchen Dingen so Sorgsame leider keine Abschriften genommen; es ist zweifelhaft, ob es gelingen wird, die in England befindlichen Originale noch ans Tageslicht zu fördern, zweifelhaft sogar, ob sie überhaupt noch existiren. Versuche, sie auszufinden, sind bisher ohne Erfolg geblieben.
Es war ein glücklicher Jnstinct, der Varnhagen leitete, als er im Jahre 1837 die ersten vier Bände der „Denkwürdigkeiten meines Lebens" betitelten Sammlung an Carlyle sandte. Zunächst wünschte er Wohl, sie in einer englischen Zeitschrift besprochen zu sehen, und im nächsten Jahre widmete denn auch Carlyle den „Denkwürdigkeiten" sowie den früheren, auf Rahel bezüglichen Schriften Varnhagen's ein eingehendes, meisterhaft analysirendes und höchst anerkennendes Essay in der „TonZon auä Maskulinster Revier" (1838). Aber die Anknüpfung wurde auch in der Folge für beide von Bedeutung. Mit Goethe's Tode hatte für Carlyle das Interesse an der zeitgenössischen deutschen Literatur ausgehört, und auch seine persönlichen Beziehungen zu Deutschland waren seitdem fast ganz auf zufällige und überdies seltene Begegnungen mit Deutschen, die in London lebten, beschränkt geblieben. Wohl trafen auch jetzt noch ab und zu Briefe und Sendungen, sogar Besuche aus Deutschland ein, doch waren sie, wie er an