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6 Skizzen.
Nutz und Frommen, hüte ſich vor Verſammlung der Landſchaft und Nobilium.“);
Die Prälaten, der Adel und die Städte eines„Fürſtentums“ ſandten ihre Vertreter auf die Landtage.)
Das geſteigerte Geldbedürfnis der Fürſten ſchuf das Bewilligungsrecht der Stände.
Die Einnahmen der Fürſten waren außerordentlich mannigfaltig. Sie erhoben Waren⸗ und Wegzölle, Abgaben für das von ihnen gewährte ſichere Geleit und für die auf ihren Märkten verkauften Tiere und Waren,„Ungeld“ auf Bier und Wein,“) das Schutzgeld der Juden, den Zins der Dirnenhäuſer,“) zwei⸗ bis dreimal jährlich von allen Untertanen zahlbare„Pfenniggülten“, die Gerichtsbußen, Beſitzveränderungsgebühren, den Überſchuß aus der Münze und den Rathauszins ihrer Städte. Zu dieſen Bareinnahmen kamen die Erträgniſſe der Bergwerke, ſowie der entweder durch Amtleute verwalteten oder an Untertanen verpachteten Domänen.
Erkleckliches erbrachten auch die Naturalſteuern. Die Getreide-, Hanf⸗, Hirſe⸗ und Weingülten, Schlachtabgaben, Faſtnachthennen und Eier. Zu unentgeltlicher Hilfe bei Wegeund Schloßbauten waren die Landleute gleichfalls verpflichtet.“)
Dieſe mannigfaltigen Einnahmen wurden aber oft nur allzu ſchnell durch eine teure Hofhaltung, koſtſpielige Kriege, Reiſen und Turniere aufgezehrt.
) Loſerth, Geſchichte des ſpäteren Mittelalters, S. 644.
) Unger, Geſchichte der deutſchen Landſtände, II, S. 22.
3) Über die eigentümliche Art, wie dieſes Ungeld erhoben wurde, vgl. Chr. Meyer,„Das Landbuch von Hof 1502“, Hohenzollernſche Forſch., Bd. III, S. 449 ff. Vgl. auch Bd. I,„Das Landbuch der Herrſchaft Plaſſenburg“, S. 163 ff. 1
4) Dieſes Dirnengeld erhoben auch die geiſtlichen Fürſten; ſo beſchwert ſich 1442 der Erzbiſchof von Mainz, daß„die Stadt ihm Eintrag tue an den gemeinen Frauen und Töchtern“ und„an der Buhlerei“. Quellen und Forſch. z. deutſchen, insbeſ. hohenz. Geſch., II, S. 483.
) Burkhardt, Das V. Merkiſch Buch, S. 3; vgl. Schulte, Lehrbuch der deutſchen Reichs⸗ und Rechtsgeſch., II., S. 241.
zol. geg vor Gr