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Doch nicht ihren Fähigkeiten und ihrer Tüchtigkeit allein dankten die Hohenzollern ſolches Gelingen. In Franken hatten ſie eine wohldisziplinierte, pflichteifrige Beamtenſchaft zu ihrer Unterſtützung herangebildet.
In keinem Kaufhauſe Lübecks oder Frankfurts hielt man beſſere Ordnung wie auf der Plaſſenburg. Die Hauptbücher der Vöchlin und Welſer wurden nicht beſſer geführt, als die Landbücher der burggräflichen Herrſchaften.“
Die Amtleute waren die Befehlshaber der landesherrlichen Schlöſſer, die Verwalter der zu dieſen gehörenden Güter und Forſten, die Vögte ihrer Bezirke.
Als Rechnungsführer ſtanden ihnen die Aufſeher der Getreidelager— die Kaſtner— zur Seite. Gegenſchreiber prüften die Abrechnung,) die dann dreimal jährlich zu erneuter Kontrolle an eine von dem Markgrafen ernannte Finanzkom
miſſion abgeliefert wurde. Die Einnahmen der fränkiſchen
Beſitzungen, alle Natural⸗ und Geldſteuern eingerechnet, erbrachten beim Hinſcheiden Kurfürſt Friedrichs kaum 30 000 Taler, und genau die gleiche Summe wurde für Hofhalt und Landesverwaltung ausgegeben. Für Kriegsführung und Verzinſung der Schuldenlaſt blieb nichts.
; Es war nicht zum geringſten Teil der ſparſamen und ehrlichen Beamtenſchaft zu danken, daß des Kurfürſten Sohn Albrecht durch Abtragung der Schuld die Einnahmen der Herr
) Vgl. das Landbuch der Herrſchaft Plaſſenburg aus dem Jahre 1398, und Chr. Mayer, Hohenz.⸗Forſch. Bd. I, S. 161267. Jedes Frohngut, jedes Fiſchwaſſer, jeder Grundſaſſe und ſeine Pflichten gegen die Herrſchaft ſind mit ſtaunenswerter Genauigkeit aufgezeichnet. Vgl. auch Chr. Meyer,„Das Lehenbuch des Burggrafen Johann III.“ und„Das Landbuch von Stadt und Amt Hof 1502“ und Lewinski, „Die brandenburgiſche Kanzlei während der Regierung der beiden erſten hohenz. Markgrafen.
) Burkhardt,„Das V. Merkiſch Buch“, S. 37.