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Skizzen. 23
Ziel eines mit unendlicher Zähigkeit und großen Koſten verfolgten Planes, als dem Burggrafen am 30. April 1415„mit gutem Rat der Mehrzahl der Kurfürſten, auch viel anderer Fürſten, Grafen, Edler und Getreuen“ die Mark Branden10 burg mit der Kurwürde erblich verliehen wurde. Freilich hatte der König ſich und ſeinem Hauſe die Wiedereinlöſung der Mark vorbehalten; doch die Pfandſumme war jetzt billigerweiſe auf 4600 000 Gulden erhöht worden. Es war wohl ausgeſchloſſen, daß der verſchwenderiſche König oder fein Bruder Wenzel je dieſe Summe auszuzahlen vermochten; nur wenn er mit Sigmunds Zuſtimmung zum römiſchen König gewählt werden ſollte, verſprach der Burggraf ohne Entſchädigung die Mark zurückgeben zu wollen. So hoch flogen damals des Hohenzollern Wünſche. 1 Das Geſchick hat ihm verſagt, ſie zu verwirklichen. Nach den Jahren ununterbrochener Erfolge kamen andere voller Mühen und Enttäuſchungen; nicht ohne eigene Schuld verlor er die Gunſt ſeines Königs. Um die Mark ſeinem Hauſe zu erhalten,) um die Pflichten ſeines neuen Standes erfüllen zu können, mußte Friedrich die Nürnberger Burg, alle ihm noch verbliebenen Herrſchaftsrechte in der Stadt und in den Reichswäldern verkaufen, viele Schlöſſer und Städte, ja ſelbſt das Leibgedinge ſeiner Frau verſetzen, ohne je ſeine Schuldenlaſt abtragen zu können.
Aber Friedrich hatte recht, wenn er dem höhnenden Herzog Ludwig von Bayern erwiderte,„er trage ſeine Armut mit Ehren; den Beſitz, den er ererbt hätte, habe er nicht gemindert, ſondern gebeſſert.“
Jeder ſeiner Vorfahren hatte die Macht des Hauſes vergrößert, er aber am meiſten. Gewaltiges hatte dieſes Geſchlecht in kurzer Zeit erreicht.
1) Höfler, a. a. O., S. 118. 2) Riedel, a. a. O., S. 381, Anm. 42.