22 Skizzen.
aller Stände verkündete der Burggraf jetzt ein Landfriedensgeſetz. ö
Nie war vorher in den Marken der Begriff der Landesherrlichkeit genauer beſtimmt, das Fehdeweſen und das Fauſtrecht ſchärfer verurteilt, die öffentlichen Gerichte beſſer beſtellt worden.
Man hatte in der Mark erfahren, wie ſehr zu allen Zeiten der Burggraf Recht und Ordnung als Grundlagen ſeiner Herrſchaft anſah; man mochte es ihm glauben, wenn er das Geſetz mit den Worten ſchloß:„Wer auch ſolche unſere Geſetze und Satzungen breche, zu deſſen Leib und Gut wollen wir richten, den Verbrecher und Übertreter darum zu ſtrafen, als ſich von Rechts wegen gebühren wird.“)
Von Erfolgen gekrönt, konnte der Burggraf jetzt vor ſeinen König treten, der ſeiner dringender denn je bedurfte.
Was unentwirrbar ſchien, löſte wie ſpielend des Burggrafen Hand.|
Unter dem Jubel des Volkes und dem Beiſtande der mächtigſten Fürſten des Reiches wurde Sigmund in Aachen gekrönt. Mit Staunen ſahen es die fremden Mächte auf dem Konſtanzer Konzile,„was ein deutſcher König vermag“, als der ſtolze Herzog von Oſterreich wenige Monate, nachdem Sigmund die Acht über ihn ausgeſprochen hatte, demütig ſeine Knie vor ihm beugen mußte. Des Königs Feldhauptmann wider den Herzog war der Burggraf geweſen.“)|
Es war die Krönung eines großen Verdienſtes), das
1) Droyſen, a. a. O., S. 321. 4 7 2) Die Verdienſte des Burggrafen auf dem Konzil ſchildert Franklin,„Die deutſche Politik Friedrich I.“ S. 110—120. N) Brandenburg a. a. O. würdigt das Verdienſt des Burggrafen doch nicht hinreichend, wenn er lediglich die in den Urkunden Sigmunds
dire] hervorgehobenen Dienſte des Burggrafen berückſichtigt. Schon die Erwägung des Planes, den Burggrafen noch zu ſeinen Lebzeiten zum
römiſchen König wählen zu la en, beweiſt, wie ſehr Si d ihm verpflichtet war. fi ſt, vie ſeh kauen ihm ver