Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
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Skizzen. 21

zu kümmern gedachten. Je nachgiebiger der neue Gebieter ihnen ſchien, um ſo übermütiger trieben es die edelen Herren; ihre Raubzüge wurden immer mehr eine Plage für die Mark und die Länder der benachbarten Fürſten.

Hatten dieſe Fürſten die Verleihung der Mark an den Burggrafen nur ungern geſehen, nach dem Tode des Pfand­halters eine Teilung des Landes erhofft, jetzt mußten ſie dem Vertreter fürſtlicher Autorität helfen, wollten ſie je an ihren Grenzen Ruhe haben oder den Adel des eigenen Landes nicht von der Zuchtloſigkeit angeſteckt ſehen.

Der Erzbiſchof von Magdeburg, die Herzöge von Sachſen und Braunſchweig verbündeten ſich mit dem Burggrafen. Den Herzog Wratislaw von Pommern-Wolgaſt und Albrecht von Mecklenburg gewann Friedrich durch Verlöbniſſe mit ſeinen Töchtern.)

Waren die Edelen vor der Huldigung Aufſtändige geweſen, nach der Huldigung waren ſie Eidbrüchige.

An einem Tage griffen die verbündeten Fürſten die ſtärkſten Burgen im Lande an; die Büchſen zerſchoſſen die Mauern, die Burgherren flohen oder ergaben ſich.)

über Nacht war aus demſachtmütigen Herrn ein Fürſt von hoher Art geworden.)

Welchen Eindruck mußte es aber jetzt im Lande machen, daß der Sieger als Kläger vor den Richter und die 12 Mannen in gehegter Bank trat und Recht gegen die eidbrüchigen Re­bellen forderte. ö

Ihre Lehen wurden für verwirkt erklärt, landflüchtig irrten die Führer des Aufſtandes in der Fremde umher oder lagen in der Gefangenſchaft des Burggrafen.

Auf Befehl des Königs)mit Rat, Vollwort und Wiſſen

) Voigt,Die Erwerbung der Neumark, S. 115.

2) Der Feldzug Burggraf Friedrichs v. Nürnberg im Februar 1414, 3. f. preuß. Geſch. u. Landeskunde, XIX, S. 98141. 3) Liliencron, Die hiſt. Volkslieder, I. S. 223, Vers 1. 4) Riedel, Cod dipl. II, 3, S. 195.