104 Die Jugendzeit des Markgrafen.
Dem Burggrafen gelang es klug und energiſch mit Verträgen, und durch das Schwert eine äußerliche Ruhe im Lande herzuſtellen.“)
Dann rief ihn im Sommer 1414 die Pflicht in das Reich.
Wohl wußte er, daß ein großer Teil des Adels im Lande nur unwillig die Herrſchaft ertrug, daß die Nachbarn den „Nürnberger Tandt“ gar mißtrauiſch beobachteten, daß der landflüchtige Dietrich von Quitzow nur auf Gelegenheit wartete, ſeinen geſunden Haß zu betätigen, aber der König, der ihm dieſes Land vertraut hatte, rief ihn.“) Es galt Sigmund zu beweiſen, daß ſeine Gnade ihn nicht ſäumig gemacht hatte, daß der königliche Dienſt ihm wichtiger war, wie jede andere Aufgabe.
Wem aber ſollte der Burggraf das kaum gebändigte Land in ſeiner Abweſenheit anvertrauen? Seiner Frau, die für den wenige Monate alten Knaben Friedrich zu ſorgen hatte und die in wenigen Monaten von neuem Mutter werden ſollte? Daß der Burggraf es tat, zeigt, welches unbegrenzte Vertrauen er dieſer Frau entgegenbrachte, beweiſt, welche Stütze der Raſtloſe an feiner Gattin beſaß.“)
Dem Burggrafen gelang es, den Mut des verzagten Königs aufzurichten.“) Er führte ihn zur Königskrönung nach Aachen; es war ſein Werk, daß auf dem Konſtanzer Konzil der König den Fürſten und Prälaten als Herr gebieten konnte, daß er ihnen mächtiger ſchien, als ſelbſt ſein Vater Kaiſer Karl.
1) Sello, Der Feldzug des Burggraf Friedrichs von Nürnberg im Februar 1414. Z. f. Preuß. Geſch. und Landeskunde, Bd. 19, S. 98 ff. Riedel, Geſchichte des preuß. Königshauſes, S. 56 ff.
) Windeckes Erzählung von den Rücktrittsabſichten Sigmunds hat Brandenburg König Sigmund und Kurfürſt Friedrich I., S. 34—36, endgültig in das Anekdotenreich verwieſen. Vgl. auch Lenz, König Sigismund und Heinrich V. von England, S. 61 ff. ;) Johann von Waldow, der ſpätere Biſchof von Lebus, wurde ihr als„vertrauter Rat“ zur Seite geſtellt. g
4 7. x X. G. 100% Windecke, Hist. Sigmundi Mencken Script. rer. germ. I.,