Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
105
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Die Jugendzeit des Markgrafen. 105

Sich aber und ſeinem Hauſe erwarb der Burggraf damals den Kurfürſtenhut.

Als ihm am 24. November!) der dritte Sohn geboren wurde, weilte Friedrich fern in Aachen bei der Krönungs­feier. Albrecht hieß man den Knaben in der Taufe.

Wer gab ihm den Namen?

Dachte man an Albrecht den Schönen, den abenteuer­lichſten aller Hohenzollern? Nannte man den Knaben nach dem Askanier, der zuerſt mit Kruzifix und Schwert die Mark dem Deutſchtum gewonnen hatte?

Kaum wohl hatte der kleine Hohenzoller das Laufen erlernt, als er unbewußt ſchon eine Pflicht zu erfüllen hatte.

Nicht ſo ſehr die wieder ausbrechenden Kämpfe mit Mecklenburgern, Pommern und widerſpenſtigen Untertanen, als die Peſt zwang die Markgräfin, die ſich wiederum Mutter fühlte,) mit ihren Töchtern das unwirtliche Land zu ver­laſſen. Aber es galt zu zeigen, daß man ſich nicht Gaſt in der Mark fühle, daß man nicht nach Belieben zu kommen und gehen

gedachte. Ein Teil der Familie des Herrſchers, die Knaben Friedrich und Albrecht blieben unter Aufſicht zweier Arzte

im Lande. So wuchſen die beiden in der rauhen Mark heran.)

1) Magdeburger Schöppenchronik, Städtechron. VII., S. 339. Zacharias Gartzen, Successiones familiarum uſw. Handſchr. des Bres­lauer Univ.⸗Bibl. ſchreibt: Albertus Marchio natus Anno 1414, in oppido Tangermünde ad Albin die 19 Nov. hora 7 mat. hoc est 18 die post ingressum Hussi in Constantiam. Schon im 18. Jahrhundert war die Frage, ob 19. oder 24. November ſtrittig. Vgl. Wippel, Kurz gefaßte Chronik der Mark Brandenburg, S. 85. Manuſtkript der Königl. Bibliothek Berlin. i

2) Wippel, Kurzgefaßte Chr. d. Mark Brandenburg, S. 90. Manuſkr. der Königl. Bibl. Berlin.

2) Für das Folgende vgl. Viktor Bayer, Jugendzeit d. Markgrafen Albrecht Achilles von Brandenburg. Forſchungen zur brandenburg. u. preuß. Geſch. XI. Schuſter, Kurfürſt Albrechts Lehr⸗ und Wander­

jahre. Monumenta Germaniae paedagogica.