106 Die Jugendzeit des Markgrafen.
Wenig wird es ſie gekümmert haben, daß ihnen Raubritter im April 1418 ein Jagdpferd, das ſie noch nicht beſteigen konnten, Hunde und Jagdnetze raubten. Nur für die Zuſtände im Lande iſt dieſer Raub bezeichnend. Seltſam auch iſt es, daß der Kurfürſt drei- und vierjährigen Knaben Pferd, Hunde und Jagdgeräte ſchenkte. Es zeigt wohl, daß er ſchon früh in ihnen den Sinn für ritterliche Übung wecken wollte.
Wahrſcheinlich iſt es, daß Wirich von Treuchtlingen!) der Vertraute des Markgrafen, die Erziehung der Knaben in dieſem Sinne geleitet hat. Eng müſſen ſich die beiden Brüder in ihrer früheſten Jugend zuſammengeſchloſſen haben, denn noch war Friedrich nicht 9 Jahre alt, als ihn Treuchtlingen an den Hof ſeiner künftigen Schwiegereltern nach Krakau brachte.“) Als Fünfzigjähriger aber gedenkt Albrecht noch in Treue, wie der Bruder und er„miteinander in kindlichem Weſen erzogen ſind“.)
Albrecht blieb in der Mark. Hier ſcheint er vielleicht von frommen Mönchen Leſen und Schreiben, ja auch Latein gelernt zu haben. Freilich wurde ſeine Hand, die Schwert und Lanze zu führen immer und immer wieder gezwungen war, ſpäter ungelenk, doch bleibt ſeine Handſchrift leſerlich. Die „d. p. s.“(dominus per se) gezeichneten Konzepte ſind die ſchlimmſten nicht, und wenn ſich Albrecht einſt beim Kaiſer, weil er ein perſönliches Schreiben nicht perſönlich beantwortet, damit entſchuldigt,„daß ſeine Schrifft ſo baß iſt, das not were das der Schreyber ſelber mittryt“,) ſo iſt das allzu beſcheiden.
1) Bayer, Jugendzeit, S. 36. ) Riedel, Cod. dipl., IV., 1, S. 45. Dagegen f i
; IV. 1, S. 45; ſetzt Helwing, 8 Brandenb. Geſch., Bd. I., 2, S. 471, die Ankunft Friedrichs in Krakau X| in das Jahr 1423. a) Höfler, Kaiſerl. Buch des Markgr. Albrecht Achilles, S. 93.
) von Ropp, Zur Charakteriſtik des Kurfürſte f; n Albrecht Achilles. Hohenzollernſches Jahrbuch, Bd. II, S. 80. A)
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