Die Yugendzeit des Markgrafen. 159
rend daheim die geſpannten Beziehungen mit dem Biſchof von Würzburg und Herzog Ludwig dem A. von Bayern⸗Ingolſtadt einen ganzen Mann erforderten.
Nicht allzu wichtig freilich iſt der Streit mit dem Biſchof von Würzburg zu nehmen. Fehde und Bündnis hatten von je zwiſchen den Biſchöfen und den Burggrafen gewechſelt und die Burggrafen waren dabei die mächtigſten Territorialherren in Franken geworden.“) Ein ſchwaches Bistum, das womöglich ihre pekuniäre oder militäriſche Hilfe gegen andere Nachbarn oder die eigenen Untertanen brauchte, verhieß dem Burggrafen Vorteil; ein ſtarkes Bistum, das ſelbſtbewußt ſeine Ritterſchaft ſchützte, war für fie eine Gefahr.“
Damals hatten ſich die Markgrafen in die Fehde ihrer Untertanen Arnold und Eberhard von Roſenberg mit dem Würzburger Ritter Peter von Stettenberg eingemiſcht. Stettenberg ſagte nun auch den Markgrafen ab und trieb ihnen am 11. Juni das Vieh von der Kitzinger Weide; nach der Behauptung der Markgrafen nicht ohne heimliche Hilfe der biſchöflichen Beamten.“)
Zwar beſtritt der Biſchof ſolche Gemeinſchaft; doch auch ihn machten die angeblich für Schleſien und gegen Ludwig
iſt wohl möglich, daß überhaupt alle Beſtätigungsurkunden nur der Form halber ſeinen Namen tragen, Albrecht aber bereits im März über Görlitz nach Franken gereiſt iſt, um wie im Vertrag mit dem Könige vorgeſehen war, zum 23. April 450 Reiter nach Schleſien zu führen. Während Markgraf Johann ſeine Fahrt zum heiligen Grabe machte, ſtellte ebenfalls ſein Vertreter Haſſe v. Bredow in der Mark in Johanns Namen Urkunden aus, ohne die Abweſenheit des Auftraggebers zu erwähnen. Vgl. die bezüglichen Urkunden bei Riedel, Cod. dipl., a. a. O.
1) Frieſe, a. a. O., S. 760.„Wie die alten Weiſen ihr ſonderlich Sprichwort gehabt, daß eines Dinges Untergang und Verderben „ Aufgang ſei, daß ereignete ſich dieſer Zeit gar ſcheinbar
2) Höfler, Kaiſ. Buch. S. 212213. ) Wzbg. Kr. A., Miſzell. 1357, Nr. 11.