Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
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Der neue Herr. 201

Lebenswandels wieder ab, und ſetzte ihm dafür eine jähr liche Rente aus.)

Nicht lange, ſo tauchten Gerüchte auf, Sigismund hätte ſich mit den Feinden ſeiner Brüder, den Herren von Plauen, verbunden.) Bald mußten ſogar Vermittler die Entſcheidung über die Mißhelligkeiten der Herzöge auf Fremde ſetzen.)

Die Wahl Sigismunds zum Stiftsverweſer, und da Biſchof Johann am 9. Januar 1440 ſtarb ſeine einſtimmige Wahl zum Biſchof von Würzburg) befreite die Brüder von allen ſeinen Anforderungen. Feierlich verkündete der Neu­gewählte, daß er die Macht, die ihm von Gottes Gnade durch die Hilfe ſeiner Brüder und Verwandten verliehen,nützlich anlegen wolle,als der getreue Diener, und daß er nicht

1) Dresdener Hauptſtaatsarchiv 6437b. Herzog Friedr. und Wilh. verſchreiben am 26. Februar 1436 an Herz. Sigismund in Jena für Abtretung ſeiner Lande zu Franken und diesſeits des Waldes jährlich 600 Schock neue Groſchen, 2000 Scheffel Korn und Haber. 100 Scheffel Gerſte, 6 Fuder Königsberger Wein; mehrere Schlöſſer werden als Bürgſchaft geſetzt. Die Behauptung, Sigismund ſei von ſeinen Brü­dern in Freiberg gefangen gehalten worden(Müller, Sächſ. An­nal. 14) läßt ſich urkundlich nicht nachweiſen. Sigismund urkundet am 1. Auguſt 1437 in Leipzig, am 13. Nov. 1437 in Altenburg.

2) Dresd. Hauptſtaatsarchiv 6452. Sigism. erklärt am 1. Aug. 1437 das Gerücht für unwahr, vgl. dagegen Märkers Beiträge zur Geſch. v. Sachſen, I, S. 344.

3) Dresd. Hauptſtaatsarchiv 6465. Biſchof Johann v. Merſeburg, Graf Heinr. v. Schwarzburg, Heinr. v. Vönau, Heinr. v. Schleinitz, ſetzen die Streitigkeiten auf den Ausſpruch Landgraf Ludwigs von Heſſen. Die drei Herzöge verpflichten ſich dem Spruche zu fügen.

9 Frieſe, Chron., S. 773. Nur die bereits von Sigismund als Stiftsverweſer angenommene Verpflichtung, ſich durch den vom Kapitel als rechtmäßig anerkannten Papſt beſtätigen zu laſſen, ſchärfte das Kapitel bei der Wahl von neuem ein. Die Wahl fand am 10. Januar ſtatt, nicht am 20. Januar, wie Riedel, Albr. Achilles Konflikt mit 8 und Sachſen uſw., Zeitſchr. f. preuß. Geſch., Bd. VIII. S. 57,

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