Die Vorbereitungen zum Städtekrieg. 355
Nach der Niederlage vermittelten die in einem großen Bunde geeinten ſchwäbiſchen Reichsſtädte den Frieden, um dann ſelbſt bald im blutigen Ringen mit den gleichfalls geeinten Fürſten ihre Kräfte zu meſſen. 5
In allem ähnelt dieſer Hergang der Ereigniſſe dem, der 60 Jahre ſpäter dem Städtekriege vorausging. Ja, ſelbſt die Beſchwerden der Fürſten gegen die Städte, mit denen ſie dieſen Prinzipienkampf bemäntelten,) ſind faſt die gleich geblieben. Auch der Zorn der Fürſten gegen den einzigen Standesgenoſſen, der vor dem Kampf zu den Städten abgefallen war, findet faſt gleichen Ausdruck. Nur heißt dieſer Fürſt im erſten Städtekriege Erzbiſchof Pilgrim von Salzburg, im zweiten Biſchof Gottfried von Würzburg.
Eine Neuordnung des Reiches hatten die Städte im vierzehnten Jahrhundert erſtrebt; von einer großen, ſelbſtbewußten Republik mit einem repräſentativen Oberhaupt, dem Kaiſer, hatte man in den Ratsſtuben geträumt. Die ſchwäbiſchen Städte hatten ſich mit denen am Rhein, am Bodenſee und in Franken, ja mit der Eidgenoſſenſchaft verbündet; wie lange noch, und man hätte den Städten der Hanſa im Norden die Bruderhand gereicht.
Der Plan, alle demokratiſchen Elemente des Reiches in einem gewaltigen Bunde zu einen, war auch im fünfzehnten Jahrhundert nicht vergeſſen; immer und immer wieder wurde über ihn auf den„Tagesſatzungen“ verhandelt.
Das Schwert der Fürſten, die in ihrer Exiſtenz bedroht, einmal alten Haders vergaßen, hatte im vierzehnten Jahrhundert die Bundesverträge der Städte durchſchnitten; König Wenzel ſelbſt, der einſt die Städtebündniſſe beſtätigt hatte, löſte ſie wieder auf, verbot ihre Erneuerung mit der Androhung der Acht. 5 7 g
) Val. Leidinger, Zur Geſch. der Streitigkeiten Bayerns mit dem ſchwäb. Städtebunde Walhalla, Bd. IV., S. 61—68. ale
23*