356 Die Vorbereitungen zum Städtekrieg.
Erſt 1438 nahm man in den ſchwäbiſchen Städten, als die Fürſten auf dem Egerer Reichstage ihre ſtädtefeindlichen Reformen vorgeſchlagen hatten, den alten Plan eines großen Bundes der ſchwäbiſchen, fränkiſchen, elſäſſiſchen und rheiniſchen Reichsſtädte wieder auf; an dem Widerſtande Nürnbergs ſcheiterte ſeine Ausführung.“)|
Aber die ſchwäbiſchen Städte der„Weinsberger Vereinigung“ verfolgten hartnäckig den Plan. Am 29. Dezember 1439 beſchloſſen 12 ſchwäbiſche Städte gegen alle wider ihre Freiheit gerichteten Beſtrebungen einen Bund. Sie beriefen ſich auf ein von den Königen Rupprecht und Albrecht beſtätigtes Privileg Kaiſer Karl IV., das ihnen den Abſchluß eines ſolchen Bündniſſes geſtattete.“)
Auf der erſten Tagſatzung des neuen Bundes wurde über den Anſchluß Augsburgs, Nürnbergs, Eßlingens und der Bodenſeeſtädte verhandelt.) Augsburg, Nürnberg und Eßlingen konnten ihre Bedenken nicht überwinden; nur die Bodenſeeſtädte ſchloſſen ſich dem Bunde am 9. Oktober 1441 an.
Man hütete ſich wohl, die wahren Beweggründe, die Wünſche und Erwartungen offen auszusprechen, die zu dieſem Zuſammenſchluſſe geführt hatten. Die nicht enden wollenden frechen Raubzüge ſchwäbiſcher und hegauer Ritter, ſo betont die Bundesurkunde,“) hätten die Städte gezwungen,) ſich zu verbünden.;
1) Deutſche Reichstagsakten, XIII, S. 10 u. S. 57 ff.
2) Nördlinger St.⸗A., Städtbundakten 1440, Nr. 173.
3) Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten 1440, Nr. 174.
) Eben, Geſch. v. Ravensburg, I, S. 354.
) Kanter, Hans von Rechberg, S. 6—11. Es hatte ſich im Hegau eine Geſellſchaft gebildet, die nach vorher vereinbarten Bedingungen arbeitete. Zweck der Geſellſchaft war die Ausplünderung der Kaufleute auf den Land⸗ und Waſſerſtraßen Schwabens. Die Reichs“ ſtädte am Bodenſee und die ſchwäbiſche Städtevereinigung konnte fi dieſer Raubrittergeſellſchaft nur mit Mühe erwehren.