Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
357
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Die Vorbereitungen zum Städtekrieg. 357

Schon früh hatte Markgraf Albrecht auf dieſe Erneuerung des alten Bündniſſes, dem damals noch

Außer dem Streit mit der Hegauer Ritterſchaft, hatten die Städte mit den Edlen folgende Händel, die eine Urkunde vom 2. Dezember 1441 aus dem hiſtoriſchen Archiv Köln genau darlegt.

Konrad von Bebenburg hatte Hall abgeſagt, weil die Stadt ſeinen Proteſt gegen ein Urteil ihres Schuldgerichtes nicht angenommen hatte. (gl. Gemeiner, Regensburger Chr. III, S. 120.) In dieſer Fehde hatte Bebenburg das Städtchen Weinsberg überrumpelt, das ſeine reichs­unmittelbare Stellung verlor und pfälziſch wurde; die Haller eroberten Schloß Hohnhart, das markgräfliches Lehen war(v. Martens, Geſch. d. im Königr. Württembg. vorgef. krieg. Ereign., S. 104.)

Wolf Horning von Eberſtein hatte eine von dem verſtorbenen Biſchof von Straßburg vermittelte Richtung nicht gehalten und die Ulmer geſchädigt.

Lienhart von Rohrbach, Heinrich von Seckendorf⸗Aberdar, Kon­rad von Helmſtatt hatten 1439 einige von der Frankfurter Herbſtmeſſe heimkehrende Dinkelsbühler und Haller überfallen, das Kaufmannsgut nach Neufels fortgeſchleppt, den Boten des Rates, der Herausgabe der Güter verlangt hatte, beraubt und ſchwer verwundet. Unter Jörg Renn­warts Führung zerſtörten die Ulmer im März 1441 Schloß Neufels über der Kupfer.(Herold, Chronika, Zeit und Jahrbuch von Hall, S. 59, v. Martens a. a. O., S. 102; Wür dinger, Kriegsgeſchichte Bayerns, I., S. 294.)

Bernhard Böcklin hatte ſich eines gewiſſen Hüttlin in einer Erb­ſchaftsſache angenommen und trotz der billigen Rechtsgebote Ulms, dem der ſtrittige Flecken gehörte, einige Ulmer beraubt und gefangen.(Vgl. Monumenta Habsburgica, I., S. 395. In der Klage des Kaiſers gegen den Pfalzgrafen, der den Böcklin ſpäter beſchützte, wird dieſer Erhard genannt.)

; Siegfried von Zülnhart hatte, trotzdem er in Ulm ausdrücklich ſichzu Lieb und Dienſte erboten hatte, eine Geſandtſchaft Papſt Eu­gens, die zu einem nach Frankfurt angeſetzten Tage reiſen wollte, zu­ſammen mit dem Ulmer Geleitsmann zwiſchen Giengen und Göppingen gefangen; die Rechtsgebote Ulms hatte er abgeſchlagen, einen Ulmer Knecht getötet und ihm den abgeſchnittenen Kopf zwiſchen die Beine gelegt; mit ihm ſengte, plünderte und mordete Michael von Freyberg im Gebiete der Städte. rem 5 Herren Pentelin und Konrad von Heimenhofen hatten mit teilt, d. ruder Hans einen Bürger Kemptens das väterliche Erbe ge­dann aber ihren Bruder und der Stadt abgeſagt, einen von dem