Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
402
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402 Die Vorbereitungen zum Städtekrieg.

Vorwand, mit dem er den Krieg hatte beginnen wollen, wirt lich der Grund des beabſichtigten Krieges geweſen wäre. Der Erzbiſchof von Mainz ſollte das geiſtliche Gericht in Stifte reformieren und durch Bürgſchaften die Durchführung und Einhaltung der Neuordnung ſichern; für den Machtbereich der weltlichen Gerichte des Burggrafentums und des Stiftes ſollte ein zu Kurfürſt Friedrichs I. Lebzeiten gefällter Schiede­ſpruch maßgebend ſein, nach dem jede Partei die Untertanen det anderen, die einen Prozeß bei ihren Gerichten anhängig machten, an das zuſtändige Gericht ihres Landesherrn weiſen ſollten. Dei Streitigkeiten zwiſchen Markgräflichen und Biſchöflichen ſolle das Gericht, dem der Beklagte unterſtände, zuſtändig ſein. Es wurde nun beſtimmt, daß Meinungsverſchiedenheiten, die bei der Auslegung dieſes Spruches entſtanden waren, von dem Pfalzgrafen oder dem Erzbiſchofe von Mainz geſchlichtet werden ſollten. Auch ſollte nach Wahl des Biſchofs einer dieſe beiden Fürſten über die Forderung der markgräflichen Dienet gegen das Stift entscheiden, falls eine gütliche Einigung ſich als unmöglich erweiſen würde.;: Der Biſchof wählte den Erzbiſchof von Mainz al­Schiedsrichter. Er konnte meinen, dem Frieden im Lande ein Opfer gebracht zu haben.,) denn feine und feiner Diener Forderungen gegen die Markgrafen wurden im Vertrage n. einmal erwähnt.?) Am zufriedenſten mit dem Ausgange de

tritt der Regierung Biſchof Antons von Rotenhan zuſammen. Schen im Dezember 1434 hatte Kaiſer Sigmund dem Kurfürſten Friedrich und ſeinen Söhnen Johann und Albrecht befohlen, der Stadt gegen ihren Biſchof zu helfen.(Bamberger Kr.⸗A., Fehdeakten, Fasc. I, Nr. 9) 1) Da der Biſchof immer von neuem gewarnt wurde, daß de Böhmen doch durch Franken zu ziehen beabſichtigten, nahm er an, 5 Albrecht, nachdem er ſich mit ihm ausgeſöhnt hatte, nun den Zug gen, die Städte richten wollte. Er entließ deshalb ſein Heer nicht, 6 ſandte wie die Reichsſtädte zum 1. Auguſt abends Truppen zur gement ſamen Sammlung nach Burgbernheim. Bamberger Kr.⸗A., Ne burger Landfriedensakten, Fasc. III, Nr. 36. 7 ) Am 1. Märg 1448 ändert der Ergbifhof in einem einge Artitel die geistliche Reformation im Stifte Würzburg, die übrige