Die Vorbereitungen zum Städtekrieg. 405
jeder Herzog unter den Mannen des Bruders die zehn Beiſitzer ernennen ſollte; während Kurfürſt Friedrich unter den Edlen ſeines Bruders viele ihm ergebene Getreue beſaß, hatte Herzog Wilhelm unter des Kurfürſten Mannen nur Feinde.
Des Kurfürſten Sache führte Heinrich von Gera, Herzog Wilhelm vertrat Dr. Knorr, der damals zwar noch in Nürnbergs Dienſten ſtand, vom Rate aber ſeiner Hinneigung zu dem Fürſten wegen ſcheel angeſehen wurde.“)
Schon bei der Erörterung des Streites zwiſchen Graf Ernſt von Gleichen und Apel Vitzthum!) zeigte es ſich, auf welche Seite ſich die„Urteilsfinder“ neigten.
Dr. Knorr wurde als Geiſtlicher, der in weltlicher Sache keine Rechtsvertretung übernehmen dürfte, aus dem Gerichtsſaal gewieſen.?) Mit feinem Anwalt verließ Herzog Wilhelm, aufs höchſte erzürnt, das Barfüßerkloſter, wo die Verhandlungen ſtattfanden.“)
Vergebens verſuchten nun die Markgrafen und der Landgraf, die Brüder in Güte zu einen; die Hauptforderung des
Kurfürſten, die Vitzthum aus ſeinem Dienſte zu entlaſſen, wollte Herzog Wilhelm nicht erfüllen. Albrecht ſcheint ihn in dieſer Abſicht beſtärkt zu haben.)
1) Janſſen, Frankfurt. Reichskorreſp. II. S. 102.
2) Galetti, Geſch. v. Thüringen, IV, S. 154. ö ) Kammermeiſter, a. a. O., S. 1196. Die Richter werden ſich wahrſcheinlich auf die Reformation König Friedrichs von 1441 berufen haben. Gol daſt, R. Satzungen, Bd. I, S. 166 ff., Art. V:„AM Doctores der Rechten, fie ſeynt pepftlich oder weltlich im heiligen römiſchen Reich teutſcher Nation ſollen nach lauter fürgenommenen Reformation an keinem Gericht bey keinem Rechten auch in keins Fürſten oder andern Räthen mehr gelitten ſunder ganz abgethan werden. Sie ſollten auch fürbaß hin vor Gericht oder Recht nicht weiter reden, ſchreiben oder ratgeben.“
) Stolle, a. a. O., S. 28.
) Stolle, a. a. O., S. 28, erzählt von Albrecht,„des war die eee ſehr geweſen, als man ſagte, und hatte die Richtung vaft geat au Müpchauſen.. In der Tat war Albrecht auch mit Apel Vitz
um befreundet. Vgl. Nürnberger Kr. A., Briefbücher Nr. 19, S. 180.