406 Die Vorbereitungen zum Städtekrieg.
Dem beleidigten Vertreter des Herzogs, Dr. Knorr, gab Albrecht eine glänzende Genugtuung. Er ſtellte ihn als Kanzler in ſeinen Dienſt, und Dr. Knorr wurde bald der Hauptvertreter der zähen, ihrem Herrn treu ergebenen Ansbacher Diplomatenſchule.)
Nach drei Wochen, am 22. September, verließ der Kurfürſt, des endloſen Verhandelns müde, Mühlhauſen, und zog nach Erfurt.
Am nächſten Tage eilte ihm Albrecht mit einigen Räten Herzog Wilhelms nach; und was in den kahlen Kloſterſtuben nicht gelingen wollte, das glückte bei fröhlichem Spiel und Zur nier. Noch einmal gelang es Albrecht, die feindlichen Brüder zu verſöhnen. Zuſammen mit dem Landgrafen von Heſſen fällte Albrecht auch im Namen feiner Brüder den Entſcheid,) der wenigſtens für die nächſten Jahre den ſächfiſchen Landen Frieden brachte.
Während die Markgrafen ſo im Hauſe des Nachbarn nach beſten Kräften den verderblichen Brand des Bruderzwiſtes zu löſchen halfen, wußten fie ihn im eigenen Haufe, als er erst zu glimmen begann, energiſch zu erſticken.
1) Vom 1. Januar 1448 an iſt Dr. Knorr Kanzler Albrechts, rechnet man die notwendige vierteljährliche Kündigung des Vertragsber hältniſſes mit Nürnberg zurück, fo iſt es zweifellos, daß Albrecht in Mühlhauſen trotz ſeines Mißerfolges Gefallen an dem unerſchrockenen, ſchlagfertigen Mann gefunden und ihn dort wieder angeſtellt hat.
2) Stolle, a. a. O., S. 28. Vgl. Kammermeiſter, a. 4. O., S. 1197.„Briefe und Siegel“, ſagt der ſächſiſche Geſchichtsſchreibet Galetti,„ſollten dem völligen Vergleich Dauer und Feſtigkeit geben; wie wenig können aber dergleichen Sicherheitsmittel wider die Wut der Leidenſchaften ausrichten.“ Vgl. Galetti, Geſchichte von Thüringen, IV., S. 155. 5. 5 l 2) Dresdener Staatsarch., Urkd. 7066a. Nach dem am 6. Dezember in Naumburg gefällten Spruch ſollte Herzog Wilhelm Schloß Nebra zurückerhalten.. 2