Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
407
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Die Vorbereitungen zum Städtekrieg. 407

Der jüngſte Bruder Friedrich war jetzt 24 Jahre alt und der langen Bevormundung herzlich ſatt geworden; er ließ ſich nicht, wie zwei Jahre vorher, mit der Erhöhung ſeines Jahr­geldes abfinden.); g

Ungeſtüm forderte er Teilung des väterlichen Erbes oder die Mitregierung im Kurfüſtentume. Die ſo ſorgſam ausge­klügelte Erbteilung des Vaters ſchien die Söhne, die ſie in Treue aneinander binden ſollte, für immer entzweien zu wollen.;

Während ſie zwiſchen den ſächſiſchen Brüdern vermittel­ten, erwogen die drei älteren Markgrafen in Mühlhauſen auch das Geſchick ihres Hauſes in den Marken.

Mehr wie je ſchien die ungeteilte Macht in einer ener­giſchen Hand im Kurfürſtentume not. Gleich wie im ganzen Reiche, erhoben auch die Städte in der Mark trotzig ihr Haupt. Vor allem in Berlin und Köln, die ſich 1442 dem Willen ihres Herrn gebeugt hatten,) ſchien dem Patriziat und den Gewerk­ſchaften der Kamm hoch geſchwollen. 5

Was ſollte geſchehen, wenn das Los, das zu werfen der Vater bei der Länderteilung vorgeſehen hatte, die wichtigeren Teile dem energieloſen jüngeren Friedrich ſchenkte? Eine Mit­regierung in den Marken war bei der leichtſinnigen, ver­ſchwenderiſchen Art desFetten ebenſo gefährlich.)

So entſchloſſen ſich die Markgrafen, die Erbteilung des Vaters für ungültig zu erklären, daaus ihr ihnen, ihren Er­ben und der Herrſchaft groß Unmacht, Unrat und Schaden entſtehen möchte. Johann und Albrecht teilten am 16. Sep­tember die Erbſchaft unter ihre beiden Brüder. Sie ſprachen dem jüngeren Bruder nur die Uckermark und die Priegnitz

) Raumer, Cod. Cont. I. S. 168.

) Raumer, Cod. Cont. I. S. 207. Priebatſch, Die Hohen­zollern und die Städte in der Mark, S. 83. a

) Vgl. übrigens alles frühere, bezügl. d. Erbteilung Ausgeführte.