Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
418
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418 Die Vorbereitungen zum Städtekrieg.

entgegenzukommen, wolle er nach Verleſung der Privilegien beider Parteien von ſeinen Räten und Nürnberger Ratsherren in gleicher Anzahl über ſeine und des Heidecks Rechte am Berg­werke in Güte entſcheiden laſſen. Den Vorſchlag lehnten die Geſandten ab.

Beide Parteien redeten ſich in Eifer.) die Nürnberger Räte brauchten garhohe Worte;) fie wieſen wohl darauf hin, daß Nürnberg nicht allzu weit vom Burggrafentum liege und daß die Stadt bereit wäre, Heideck gegen Willkür zu ſchützen.) Albrecht entgegnete den Räten:Wohl liege Cadolz burg nur zwei Stunden von Nürnberg, aber auch umgekehrt wäre der Weg nicht weiter und gerade um dieſe Frage ließe er es lieber zum Kampfe kom­men, denn um jede andere; alle feine Freunde hätten ihn beſtärkt, daß er nicht nachgeben ſollte.

Selbſt die eigentlichen Gründe der Hartnäckigkeit des Rates und des Zornes des Markgrafen, die in früheren un

ſpäteren öffentlichen Verhandlungen ganz in den Hintergrund

treten, wurden im Eifer des Wortſtreites berührt. Die Ratsherren erſuchten Albrecht, er möchte es Heideck, deſſen Bor fahren ſchon in dem Dienſte der Stadt geſtanden hätten, nich entgelten laſſen, daß er ſich mit Nürnberg verbunden habe während Albrecht den Rat der Stadt geradezu aufforderte, Hei­

1) Die Nürnberger Räte ereiferten ſich jedenfalls mehr, als ft ſpäter zugeben wollten; es geht dies auch aus ihrer Weigerung herbot, über alles während der Verhandlung Geſprochene ein Protokoll aufzu nehmen. Mit dem Protokoll, daß er allein mit ſeinen Räten na dem Abſchied der Ratsherren aufnahm, ſtrafte ſpäter Albrecht den Bericht der Nürnberger Lügen. Nürnberger K.⸗A., Relationenband, S. 104106.

9) Nürnberger Kr.⸗A., Relationenband, 484, S. 68. Brief deß Biſchofs v. Eichſtätt an den Rat. 5 9 Nur fo iſt Albrechts Antwort verſtändlich, während fie auf dt im Nürnberger Bericht vorhergegangene gelinde Rede der Abgeſandten in keiner Weiſe paßt.

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