444 Die Vorbereitungen zum Städtekrieg.
Der Nürnberger Rat war nicht mehr in der Lage, feine Bündner von der Sinnesänderung des Markgrafen zu unter richten; die aus allen Gegenden nach Nürnberg geeilten Ratsboten mußten unverrichteter Dinge, aber ſicher mit nicht allzu freundlichen Gedanken für Albrecht wieder abziehen.“)
Um den Schein zu meiden, als wiche die Stadt einer Ver handlung aus, erklärte ſich der Rat auch mit der Verſchiebung des Tages einverftanden;?) aber nicht noch einmal gedachte er durch frühzeitige Einladungen ſeine Bündner zu narren, denn nur„lützel Troſt“ hatte der Rat, daß der Tag wirklich zuſtande kommen würde.“)|
Offen wurde es auch auf der Mai⸗Tagſatzung in Ulm erklärt,„daß der Markgraf ſich folder Maßen zugerüſtet häte und ſich noch täglich rüſte, daß er unbekriegt nicht bleiben wolle“.|
Es war in Erwägung gezogen worden, ob es nicht vor teilhafter wäre, den unerträglichen Zuſtand zu enden, dem Markgrafen zuvorzukommen und loszuſchlagen. Aber die Rückſicht auf die Friedensgebote des Königs gab in der Ver ſammlung den Ausſchlag. Man beſchloß, wachſam und wohl gerüſtet die Kriegseröffnung abzuwarten. Jede Stadt ſandte an Ulm ein Verzeichnis ihrer Söldner und den Plan, nach dem ſie im Beginne des Krieges die Feinde zu beſchädigen gedachte
Als Vororte des Bundes wurden Augsburg, Nürnberg Ulm, Nördlingen, Rothenburg und Kempten beſtimmt; durg allgemeine Wahl ſollte aus den Räten der drei erſten Vorort der oberſte Hauptmann ernannt werden. Alles wurde vor bereitet, um den Städten„Schaden, Schmach und Unehre“# erſparen.“;
1) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher XX, S. 6.
2) Nürnberger Kr.⸗A., Relationenband 484, S. 136137. bücher XX, S. 2. 3
) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher XX, S. 6.
5) Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten 1449, Nr. 258.
Brief