Die Vorbereitungen zum Städtekrieg. 445
Wie hätten auch die Städte an eine friedliche Abſicht von Fürſten glauben können deren vornehmſte Räte den Kampf bereits begonnen hatten.
Am 4. April hatten um nichtiger Forderung willen die Grafen von Schauenburg, die kaum mit Herzog Wilhelm von Sachſen verſöhnt, wohl beſonderen Eifer zeigen wollten, Nürnberg abgeſagt; gleichzeitig waren die Abſagebriefe ihrer Helfer, der Grafen von Gleichen, und 26 anderer Edler in Nürnberg eingetroffen.“) Ein weiteres Sturmzeichen war die Entſendung Dr. Knorrs an den Hof des Königs;) freilich war dort Nürnberg dem Markgrafen lange zuvorgekommen.
Seit Anfang Februar') wirkte der Altbürgermeiſter Nikolaus Muffel im Intereſſe der Stadt am Hofe; aber die Dankesſchuld gegen den Markgrafen war zu groß, als daß König Friedrich ſich allzu ſchnell zu einem Albrecht unerwünſchten Schritte entſchloſſen hätte. Doch je energiſcher der Kurfürſt von Brandenburg, dem Befehle des Königs trotzend, ſein Recht in der Lauſitz gegen des Königs Schwager, den ſächſiſchen Kurfürſten, verfocht, um ſo leichter fand Muffel für ſeine gegen den fränkiſchen Markgrafen gerichteten Bitten Gehör.
Selbſt Dr. Knorrs Eifer und Gewandtheit konnte den Entſchluß des Königs, im Intereſſe Nürnbergs in den Streit einzugreifen, nicht mehr ändern.
5 Am 25. April gebot er Albrecht, Nürnberg oder Heideck in keiner Weiſe zu beſchädigen, ſondern die Rechtsgebote beider auf den römiſchen König anzunehmen.“ „ i i .) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher XIX, S. 335—337. Etwas ſpäter ſagte der bei allen Händeln unvermeidliche Apel Vitzthum auch ab. Briefbücher XX, S. 2. In Schleſien gelang es den Herren, einen 8 nürnbergiſchen Kaufmannszug aufzuheben. Vgl. Rot h, Geſch. nürnbergiſchen Handels, 211212. ) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher XIX, S. 383. 85 Weimarer Geſ.⸗Arch., Burkhardts Urkundenbuch, Nr. 73. Ben) Nürnberger Kr.⸗A., Relationen, Bd. 484, S. 139—140. Die achrichtigung Nürnbergs von dieſem Schreiben, S. R. 108/1. Nr. 7.