Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
446
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446 Die Vorbereitungen zum Städtekrieg.

Am gleichen Tage erſuchte der König alle Bündner des Markgrafen wie Nürnbergs, auf jede Weiſe einen Ausbruch des Krieges zu verhindern.)

Trotz dieſes Mißerfolges blieb Dr. Knorr am Hofe. Die guten Tage des wackeren Muffel hatten jetzt ein Ende; überall trafen ihn höhniſche Blicke, hörte er hämiſche Worte, ja er wurde gewarnt, man ſtelle ihm nach, um ihn für die An­ſchwärzung deutſcher Fürſten beim Könige zu ſtrafen. Drin­gend verlangte Muffel ſeine Rückberufung.

Der Rat gab ſeinem Erſuchen nicht ſtatt. Die Drohungen ſchienen ihm nur zumSchrecken gut. Allzu viel Unbill und Schaden hätte Nürnberg erlitten, erleide es täglich, als daß Worte offenbares Unrecht in Recht verwandeln könnten.) Nicht um die Schmarotzer des Hofes, ſondern um den König für Nürnbergs Sache zu gewinnen, war Muffel abgeſandt wor­den; er mußte auf ſeinem Poſten ausharren. Da Albrecht und ſeine Bündner ſich um die Gebotsbriefe des Königs in keiner Weiſe kümmerten, wurde Muffel beauftragt, neue, ſchärfere Angriffsverbote vom Könige zu erwirken.

Albrecht entfaltete in der Tat in den Frühlingsmonaten 1449 eine fieberhafte Tätigkeit.

Im Mai trafen bereits die Truppen ſeines Bruders I hann in Ansbach ein;) in Franken, Schwaben, Bayern, Thi­ringen, Meißen, Sachſen, Böhmen, in der Wetterau und 15 Rhein ſchloß er Freundſchaften, warb er Söldner. Ja, es ging in Nürnberg das Gerücht, Albrecht bereite einen Zug det gefürchteten Armagnaken gegen die Stadt vor.)

1) Nürnberger Kr.⸗A., Relationenband 484, S. 140. 2) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher XX. S. 3842. 3) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher XX, S. 33.

) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher XX, S. 3842. >) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher XX, S. 19 20.