Der Städtekrieg. 515
Die Tagſatzung in Schwyz überſandte dann auch das Schreiben des Markgrafen dem Städtebunde mit dem Bemerken, die darin enthaltenen Vorſchläge in Erwägung zu ziehen. Mit„früntlichem Ernſt“ ermahnte die Tagſatzung die Städtevereinigung, auf Mittel zu denken,„wie dieſem Blutvergießen, das allen Chriſtenleuten erſchrecklich zu hören wäre, ein Ende gemacht werden könnte“.;„
Das„Blutvergießen“ hatte inzwiſchen ſeinen Fortgang genommen. r
Markgraf Albrecht war, da der Rat ihm die Ablehnung des Lauinger Schiedsſpruches nicht direkt mitgeteilt hatte, von dem Wiederbeginne des Krieges zuerſt überraſcht worden.
Die Nürnberger hatten in den letzten Wochen den Markgräflichen in der Stadt Kauf und Verkauf geftattet;?) bis Anfang September waren die Schloßhauptleute Albrechts überzeugt geweſen, daß Nürnberg den Waffenſtillſtand halten würde,) zumal die ſtädtiſchen Hilfstruppen in dieſen Tagen aus der Stadt abzogen.“) Erſt am 15. September hatten die Nürnberger den Waffenſtillſtand aufgekündigte) und, ehe noch Herzog Heinrich den Wiederbeginn des Kampfes überallhin hatte melden können, führten ſie einen großen Schlag aus. 600 Nürnberger Reiſige und 2000 Trabanten überfielen in der Frühe des 20. September Schloß und Städtchen Windsbach und gewannen es. Das Schloß mit einem wertvollem Getreide—
) Qu. u. Erört. z. Bahr. Geſch. VIII, S. 259. Nürnberger Kr.⸗A., Relationenband 484, S. 204. Bern hatte ſich völlig auf die Seite des Ortes Schwyz geſtellt, das jede Intervention ablehnte, vgl. Lie ben a u, 155 Seite dungen der Eidgenoſſenſchaft zum Auslande, Geſchichtsfreund
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?) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher XX, S. 175. ) Bamberger Kr.⸗A., Märkers Katalog 1904, Nr. 64. ) Bamberger Kr.⸗A., Märkers Katalog 1904, Nr. 60.
l) An dieſem Tage erſt traf der Bote Nürnbergs mit dem Briefe En 11. September in Landshut ein. Vgl. v. Weech, Hiſtor. Darung uſw.(Städte⸗Chr. II, S. 879).|
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