Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
559
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Der Städtekrieg. 559

gräflchen Vorpoſten ſofort ihren Herren benachrichtigt. Al­brecht wäre über die Botſchaft hoch erfreut geweſen, doch hätte er anſänglich an ihrer Richtigkeit gezweifelt. Erſt nach einer zweiter gleichlautenden Meldung hätte er ſeine Mannen be: nachrichtigt und wäre ſelbſt mit 5 Reitern auf Kundſchaft ausgeriſten. Albrecht hätte die Reiſigen der Nürnberger auf 500, ihr Fußvolk auf 2000 Mann geſchätzt. Zu den Seinen zurückgekehrt, hätte dann auch er an ſeine Mannſchaft eine Anſprache gehalten. Ihr alter Herzenswunſch mit den Nürnbergern einmal in offener Schlacht zu fechten, ginge endlich in Erfüllung. Wenn ſie die Nürnberger Reiſigen friſch und keck angriffen, ſo würden dieſe fliehen und der Streit wäre zu Ende, bevor das Nürnberger Fußvolk heran­kommen könnte. Flöhen die Reiſigen, ſo würde auch das Jußvolk nicht ſtandhalten. Es wäre ſicher, daß ſie am heutigem Tage Ehre und Gut gewinnen würden. Er begehre nur von ihnen einen Eid auf ſein Schwert, daß ſie alle Feinde nieder­hauen und keine Gefangenen machen wollten, auch ihre Loſung ſollte wie die der Nürnbergerunſere Frau ſein. Nach ſolchen Worten hätte der Markgraf ſeine Schlachtordnung aufgeſtellt. f

Nun zählt der Berichterſtatter bei der Spitze oder bei dem Panier einige bekannte Gefolgsleute Albrechts und ſämt­liche edlen Gefangenen auf, die nach der Schlacht in Nürnberg eingebracht wurden.

Als der Markgraf ſeine Mannen bereit hatte, wäre der Führer ſeines Vorpoſtens mit 20 Reitern erſchienen; um Albrecht der jetzt zum vierten Male dieſe Nachricht erhielt) von dem Nahen der Nürnberger zu unterrichten.

Gleich hinter dem Vorpoſten wäre Kunz von Kaufungen mit 50 Reiſigen erſchienen, hätte die Markgräflichen ange­griffen, ſich aber vor der Übermacht nach kurzem Scharmützel

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) Wenn man den Kundſchaftsritt Albrechts mitzählt.