558 Der Städtekrieg.
den edlen Herrn Reuß von Plauen zum Feldhauptmann be
ſtellt. Reuß von Plauen hätte dann mit Sorgfalt die Schlachtordnung gerichtet.
Mit Andacht faſt verweilt der Berichterſtatter bei dieſer Schlachtordnung; man merkt, er ſpricht von ſeinen Brüdern, Onkeln und Vettern. Der„edle und männliche“ Heinz Zenger war mit anderen Freunden im erſten Gliede, der „ehrbare und männliche“ Erasmus Schürſtab im zweiten, im dritten aber hielt der„edle und feſte“ Ritter Werner von Parsberg der Stadt Banner. Es iſt wirklich rührend, wie der Erzähler den Platz eines Jeden in der Schlachtordnung als beſonders bedeutſam hinzuſtellen verſucht.—„Das erſte Glied an der Spitze“,„das andere Glied an der Spitze“,„bei dem Panier“— jeder Platz erſcheint faſt gleich wichtig, ſelbſt die Herren von der Nachhut erhalten den Troſt:„die hielten zuſammen den Haufen“.
Zwei weitere kleinere Reiterabteilungen führten Kunz von Kaufungen und ein Herr von Kottwitz.
Führer der Wagenburg war Hans von Rechenberg und Ulrich Weiß.
Führer des Fußvolkes aber war der Bürgermeiſter Erhard Schürſtab, der natürlich nicht fehlen durfte, wo es galt, der Stadt„Ehr und Frummen zu wahren“. Er hielt dann auch an das ganze Heer vor dem Auszuge eine gar prächtige Anſprache.
Da die Markgrafen wider Gott, Ehre und Recht die Stadt bekriegten, ſo würde Gott den Nürnbergern ſicher einen großen Sieg verleihen, wenn ſie nur als fromme Biederleute ſtritten, den Hauptleuten Gehorſam leiſteten und ſtets in Reih und Glied blieben.
Als Loſung gab der Bürgermeiſter„unſere Frau“, als Feldgeſchrei„Nürnberg“.
Sobald die Nürnberger Reiſigen in den Lorenzer Wald eingeritten, wären, erzählt der Bericht weiter, hätten die mark
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