Der Städtekrieg. 567
Des Markgrafen Gegner war der tapfere Rothenburger Karl Zobel, deſſen Namen ſchon ehrenvoll in manchem
hätte. In der Tat hat Albrecht wohl während dieſes Rittes von ſeinen beiden größten Erfolgen im Kriege, nämlich dem Gefechte bei Fürth und dem Gefechte bei Sulz, erzählt. Aeneas Silvius hat ſich dann in ſpäteren Jahren aus den kurzen Aufzeichnungen, die er ſich gemacht hatte, nicht mehr zurecht gefunden, wie ſchon die Verſchiedenheiten uſw. in feinen Berichten beweiſen. Vgl. Kollar, S. 166—167 und 420 bis 423. Er hat aus den beiden Gefechten eines gemacht; ein Irrtum, der um ſö erklärlicher iſt, da in beiden Gefechten der Kampf ſich bei einer Furt abſpielte. So gibt dann Aeneas Silvius zuerſt den Situationsplan des Gefechtes bei Fürth und fährt dann mit der Schilderung der Taten Albrechts während des Gefechtes bei Sulz fort. Daß Markgraf Albrecht bei Sulz tatſächlich als Erſter in die Reihen der Städter gedrungen iſt, bezeugt auch Eikhart Artzt(Quell. u. Erört. 8. bayr. Geſch., II. S. 167). Aeneas Silvius behauptet, Albrecht habe den vorderſten Reiter der Städter, der ihm entgegengeritten wäre, überrannt; Eikhart Arzt nennt uns den Namen des Städters— Karl Zobel. Aeneas Silvius behauptet, mit Markgraf Albrecht ſeien im Beginne des Kampfes zwei Ritter gegen die Reihen der Feinde angeſtürmt, die Begleiter des Markgrafen ſeien aber von ihren Gegnern von den Pferden geſtochen worden. Markgraf Albrecht beſtätigt dieſe Schilderung in ſeinem Briefe an Kurfürſt Friedrich von Sachſen faſt wörtlich(Städte⸗Chron. II, S. 495).„In dem Felde bei Sulz hielt unſer Oheim Graf Sigismund von Gleichen an unſerer Seite und traf mit uns vor der Spitze, ward auch alsbald wund.“
Die weitere Behauptung des Aeneas Silvius, Albrecht habe die Städter durch ſeinen Ruf„Wir haben geſiegt“ erſchreckt, findet ſich auch ähnlich bei v. Eyb, Denkw. S. 129. Wenn Riedel zum Schluſſe ſeiner Ausführungen behauptet, der Kampf um das Banner wäre ſchon deshalb unmöglich, weil Albrecht während des ganzen Krieges kein Städtebanner erobert hätte, ſo iſt dieſe Behauptung durchaus irrtümlich. Im Gefechte bei Sulz wurden allein fünf Städtebanner erobert.
Da ſich ſo viele faſt nebenſächliche Einzelheiten in der Schilderung des Aeneas Silvius bewahrheitet haben und es faſt ſicher iſt, daß Albrecht ſelbſt ihm den Hergang der Schlacht kaum zwei Jahre nach BeendiZung des Krieges geſchildert hat und daß dieſe Erzählung auf Aeneas Silvius bei ſeiner Bewunderung für den Markgrafen den nachhaltigſten Eindruck gemacht hat, ſo iſt es durchaus nicht nötig, die Schilderung völlig unberückſichtigt zu laſſen. Wenn auch einige dichteriſche Über