Der Städtekrieg. 569
Städter um ihr Leben bang. Sie„trabten ſäuberlich ab“, wie es naiv in dem offiziellen Nürnberger Berichte heißt.) Nicht lange, ſo war der Sieg entſchieden; nur wenigen ſtädtiſchen Reiſigen gelang es aus dem Walde zu entkommen. 70 Ehrbare und 220 Reiſige wurden gefangen, fünf Banner und 300 geſattelte Pferde wurden erbeutet.?) Viele Bürger lagen tot auf der Walſtatt.“) b Der Erfolg des Markgrafen bei Sulz war unzweifelhaft größer als der der Nürnberger bei Pillenreut; ſeinen Namen wagte Niemand mehr mit Hohn zu nennen.
Der einzige Troſt für den Nürnberger Rat war es, daß Albrecht die Tapferkeit der Nürnberger Reiter„hoch gelobt“ habe. Ja, der Ratsſchreiber legte anfänglich in den offiziellen Berichten an die befreundeten Städte dem Markgrafen das Verſprechen in den Mund,„da die Nürnberger kecke, endliche unerſchrockene Leute wären, wolle er ihnen auch deſto günſtiger fein, fo lange er lebe“.“) Freilich ſtrich man noch in letzter Stunde dieſe für den Umſchlag der Stimmung in Nürnberg ſo charakteriſtiſche Übertreibung.
5 1) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher XX, S. 407. 5
2) Dresdener St.⸗A. Kop. 36, S. 132. Nach dem Berichte Herzog Wilhelms an Herzog Friedrich von Sachſen vom 23. April. Die Erbeutung von 300 Pferden und fünf Bannern teilt Albrecht bereits am 14. April nachts ſeinem Oheim Herzog Heinrich mit. Vgl. K. B. Reichsarch., Fürſtenſachen XXII, Nr. 171. Dagegen behauptet der Nürnberger Rat, am 16. April in ſeinem Berichte, Albrecht hätte nur 170 Perſonen gefangen. Vgl. Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher XX, S. 407; doch geſteht er bereits am 5. Mai in einem Briefe an die Eidgenoſſen zu, daß über 250 Bürger und Diener gefangen worden ſeien. Vgl. Luzerner St.⸗A., Deutſches Reich, Nr. 11.
3) Herzog Wilhelm ſchreibt feinem Bruder Herzog Friedrich, Dresd. St.⸗A., Kop. 36, S. 132:„Und find über 300 der Feinde auf der Walſtatt tot geblieben.“ Doch hatte Herzog Wilhelm damals allen Grund, den Erfolg ſeines Freundes dem Bruder gegenüber zu übertreiben; die Rothenburger Chronik gibt an, daß 200 Mann gefallen wären. Vgl. Benſen, XXIV, Jahresbericht des hiſtoriſchen Vereins in Mittelfranken, Beil. S. 70.|
|*) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher XX, S. 407,