596 Durch Kampf zum Frieden.
Da Friedrich allein während des Städtekrieges den offenen Kampf gegen den Brandenburger nicht wagte, verſäumte er den günſtigſten Zeitpunkt für eine Auseinanderſetzung.
Ihm waren die Hände gebunden, ſolange ſein Bruder Wilhelm freudig Jeden unterſtützte, der gegen ihn Feindſeliges beabſichtigte. Dem Herzog galt deshalb vor allem der Zorn des Kurfürſten; auch den Bruder an jeder Bewegungsfreiheit zu hindern, war ſein Wunſch.
Als Wilhelm ſeinen Freunden gegen Nürnberg zur Hilfe zog, bot Kurfürſt Friedrich in ſeinem Lande die halbe Mannſchaft auf.) Zugleich lud er den Bruder zu einem Tage nach Merſeburge) und dann zu einem Tage nach Lützen.)
Als Herzog Wilhelm ſich von der Erfüllung ſeiner Freundespflicht nicht abſpenſtig machen ließ und den Beſuch der Tage ablehnte, ließ der Kurfürſt in ſeiner Abweſenheit die Sachſenburg ohne Abſage durch einige Edle überfallen.
Die Überrumpelung mißlang, 34 Angreifer wurden gefangen.“) Wohl ſchrieb der Kurfürſt ſeiner Schwägerin Anna als Antwort auf ihre Klage,„daß ihm ſolche und andere Widerwärtigkeit ſo ihr oder ſeinem Bruder geſchähen je ganz leid und nicht lieb wären,“) aber er hütete ſich wohl die Friedensbrecher zu beſtrafen.
Ende November 1448 hatte der Kurfürſt durch einen Tauſch von Günther von Schwarzburg die im Gebiete des Bruders liegende Stammburg des Geſchlechtes erworben.“ Mit Recht proteſtierte der Erbe Günthers ſein Vetter Heinrich gegen das Tauſchgeſchäft. Im Bunde mit den Herzögen von Braunſchweig, dem Biſchof von Hildesheim, dem Grafen
) Urkd.⸗Buch der Stadt Leipzig, Bd. 1, Nr. 256. ) Dresdner St.⸗A., Kop. 36, S. 76.
5) Dresdener St.⸗A., Kop. 36, S. 78.
) Dresdener St.⸗A., Kop. 36, S. 86.
Dresdener St.⸗A., Kop. 36, S. 86.
) Anemüller, Programm d. Gymnaſiums Rudolſtadt, 1867, S. 6.
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